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Neugeborenen-Screening

Neuer Bluttest für angeborene Immundefekte

Ab August diesen Jahres sollen Neugeborene mit einem Bluttest auf angeborene Immundefekte gescreent werden.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. In Deutschland können alle Neugeborenen ab August 2019 auf angeborene Immundefekte untersucht werden.

Der für das bundesweite Screening der seltenen Erkrankung erforderliche Bluttest wurde durch das ImmunDefektCentrum Leipzig (IDCL) am Klinikum St. Georg in Leipzig entwickelt, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums.

Die Servere Combined Immunodeficiency (SCID) ist aufgrund ihres unspezifischen Krankheitsbildes besonders schwer zu diagnostizieren, erinnert das Klinikum in der Mitteilung.

Somit kann die entsprechende Therapie nicht oder zu spät eingeleitet werden. Schwerste Infektionen, Krankenhausaufenthalte und unzureichende Behandlungen sind eine Folge. Nicht selten sterben die Kinder bereits vor dem ersten Lebensjahr.

„Dass die wegweisende Methode nun endlich deutschlandweit in das Routine-Screening aufgenommen wird, ist für die betroffenen Kinder und deren Familien von unschätzbarem Wert und macht neue Hoffnung“, wird Barbara Klepsch, Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz des Freistaates Sachsen, in Leipzig in der Mitteilung zitiert.

In Deutschland seien bisher lediglich rund zwei Prozent der Kinder mit Immundefekten diagnostiziert worden.

Die Bluttests wurden unter Federführung von Professor Michael Borte, Direktor des IDCL und Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum St. Georg entwickelt.

Im Rahmen des IDCL-Forschungsprojektes wurde die Methode seit 2012 bereits allen Müttern kostenlos angeboten, die ihr Kind im Klinikum St. Georg Leipzig zur Welt bringen.

Immunologen sowie die Deutsche Selbsthilfe für angeborene Immundefekte Patientenorganisation e.V. (DSAI) fordern schon seit langem, das Neugeborenen-Screening um einen Bluttest für angeborene Immundefekte zu erweitern. Bisher wurden die Kinder ja nur auf Stoffwechsel- und Hormonkrankheiten untersucht.

Mit der Empfehlung für die bundesweite Einführung des Immundefekt-Screening durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) war Ende November 2018 schließlich der entscheidende Durchbruch gelungen, heißt es in der Mitteilung.

Im Februar 2019 nahm der GBA die SCID-Tests gesetzlich in die Kinderrichtlinie auf. Das heißt, dass sich nunmehr alle auf diesem Gebiet tätigen Screening-Labore mit der entsprechenden Technik ausstatten, damit das erweiterte Neugeborenen-Screening ab August 2019 flächendeckend durchgeführt werden kann.Je Bundesland gibt es ein bis zwei solcher Speziallabore. (eb)

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