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Neuer Hinweis: Thrombophilie ist keine Gefahr für Arterien

BASEL (grue). Patienten mit thrombophilen Gerinnungsstörungen haben bekanntlich ein erhöhtes venöses Thromboserisiko, aber offenbar kein erhöhtes arterielles Verschlußrisiko, wie Daten aus einem Thrombophilie-Register jetzt bestätigen.

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Dr. Birgit Linnemann von der Uni Frankfurt am Main hat aus dem Frankfurter Thrombophilie-Register die Daten von 981 Patienten mit venösen Thrombosen der unteren Extremitäten ausgewertet. Von ihnen hatten jeweils 3,6 Prozent auch einen akuten Myokardinfarkt oder einen ischämischen Schlaganfall gehabt.

Als arterielle Risikofaktoren wurden die klassischen Parameter wie Hypercholesterinämie, hohes Alter und Übergewicht identifiziert. Jeder zweite Patient mit Myokardinfarkt hatte außerdem erhöhte Faktor-VIII-Spiegel, im Vergleich zu 30 Prozent der Patienten ohne Infarkt.

Bei der Analyse der Daten ergab sich unter Berücksichtigung der klassischen vaskulären Risikofaktoren aber kein gesicherter Zusammenhang zwischen Gerinnungsstörungen und arteriellen Thrombosen - und das, obwohl über die Hälfte der im Register erfaßten Patienten irgendeine Form der Thrombophilie hatte.

"Schon in einer anderen Metaanalyse hatte sich gezeigt, daß eine Thrombophilie das arterielle Thromboserisiko offenbar nicht wesentlich erhöht", sagte Linnemann. Das habe sich nun bei einer relativ großen Zahl von Patienten mit Gerinnungsstörungen bestätigt.

Eine Ausnahme seien Patienten mit Antiphospholipidsyndrom (APS), bei denen Antikörper den Ablauf der Blutgerinnungskaskade stören. So war der Nachweis von Lupusantikörpern ein unabhängiger Risikofaktor für das Auftreten von Myokardinfarkten. Für diese Patienten kommt deshalb eine Langzeit-Antikoagulation in Frage.

Andere Gerinnungsstörungen wie Faktor-V-Leiden-Mutationen, Antithrombinmangel, Prothrombinmutation und Faktor-VIII-Erhöhungen sind für das Infarktgeschehen offenbar kaum relevant.

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