Chemerin

Neuer Marker für Herzerkrankungen entdeckt

Veröffentlicht: 23.01.2019, 11:34 Uhr

POTSDAM-REHBRÜCKE. Forscher haben mit Chemerin einen neuen Marker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert, teilt das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) mit.

Das Protein gebe Einblicke in die teils noch unbekannten Mechanismen der Krankheitsentstehung und könnte künftig dazu genutzt werden, etwa das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall noch früher und präziser zu bestimmen.

Chemerin ist ein Botenstoff (Adipokin), der hauptsächlich im Fettgewebe sowie in Leber, Nieren und Pankreas gebildet wird. Er trägt dazu bei, dass sich die zunächst gleichartigen, undifferenzierten Zellen des Fettgewebes für bestimmte Aufgaben in Funktion und Gestalt spezialisieren.

Zudem lockt Chemerin Immunzellen zu verletztem Gewebe, die dort sofort Entzündungen auslösen und auf diese Weise Infekte abwehren. Das Signalprotein ist somit Teil der feinregulierten Alarmanlage des Körpers. „Gerät das System aus den Fugen, drohen Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall“, erklärt eine der Autoren, Dr. Krasimira Aleksandrova, in der DIfE-Mitteilung.

Studie mit 27.500 Teilnehmern

Das Team um Aleksandrova analysierte die Blutproben von insgesamt 2500 Männern und Frauen (J Am Coll Cardiol 2019; 73: 378-379). Basis der Untersuchungen bildeten die Daten der Potsdamer EPIC-Studie mit über 27.500 Studienteilnehmern.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Konzentration von Chemerin im Blut bereits vor Einsetzen von Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöht ist. Somit könnte Chemerin künftig als Indikator genutzt werden, um das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen genauer hervorzusagen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass das Signalprotein Chemerin sowohl für Entzündungsprozesse als auch für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Diese Spur sollte unbedingt weiterverfolgt werden. Das Verstehen um die genauen Funktionen von Chemerin könnte künftig die Suche nach neuen Präventionstherapien und Medikamenten verbessern“, sagt Aleksandrova. (eb)

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