Meta-Analyse

Neurofeedback hilft Kindern mit ADHS

Ein Training mit Neurofeedback hat auch längerfristige günstige Effekte bei Kindern mit ADHS.

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ERLANGEN. Eine Neurofeedback-Therapie hat bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) positive Effekte über mindestens sechs Monate hinweg. Das berichtet ein internationales Team mit Forschern des Uniklinikums Erlangen und der Universität Tübingen (Eur Child Adolesc Psychiatry 2018; online 14. Februar). Nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse schnitt das Neurofeedback in der Nachuntersuchung nicht schlechter ab als zum Beispiel die Medikation oder auch andere gängige Therapien.

Beim Neurofeedback trainieren die Kinder gezielt, ihre Hirnaktivität zu regulieren und damit auch ihr Verhalten besser zu steuern. Auf einem Monitor wird ihnen dabei ihr EEG in Echtzeit zurückgemeldet. "Neurofeedback kann in Form eines Computerspiels ablaufen. Ein Torwart hält zum Beispiel einen Elfmeter nur dann, wenn sich im EEG ein Muster zeigt, das einer bestimmten Form von Konzentration entspricht", erklärt Mitautor Professor Hartmut Heinrich in einer Mitteilung der Universität Erlangen-Nürnberg.

Für die Meta-Analyse wurden Daten von mehr als 500 Kindern mit ADHS aus zehn randomisierten kontrollierten Studien ausgewertet. Die Daten stammten dabei überwiegend aus Standard-Neurofeedback-Protokollen. Für eine ausgewogene und kritische Interpretation arbeiteten dabei Wissenschaftler mit unterschiedlichen Positionen zum Neurofeedback aus Deutschland, den Niederlanden und den USA zusammen.

Die Ergebnisse: Auch sechs Monate nach den Neurofeedback-Behandlungseinheiten waren Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität verringert. Für andere Kriterien der Studien zur Therapiekontrolle, wie etwa kognitives Training, wurde nur direkt nach Ende der Behandlung ein signifikanter Effekt gefunden, nicht aber in der Nachuntersuchung nach sechs Monaten. Das Fazit der Forscher: Neurofeedback könnte eine wichtige Behandlungsoption für Kinder mit ADHS werden. (eb)

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