Direkt zum Inhaltsbereich

Niedrig dosierte Steroide werden zum Therapiestandard bei Arthritis

FRANKFURT AM MAIN (hub). Glukokortikoide in niedriger Dosis etablieren sich immer mehr in der Therapie bei Rheumatoider Arthritis (RA). In Kombination mit Basis- therapeutika bremsen sie Gelenkerosionen und bringen die Patienten sogar in Remission.

Veröffentlicht:

Jeder zweite Patient mit RA erhält beim Rheumatologen mittlerweile niedrig dosierte Kortikoide. Deren Nutzen ist in einer Reihe von Studien eindruckvoll belegt, hat Dr. Rieke Alten von der Schlossparkklinik in Berlin berichtet. So habe eine erst kürzlich publizierte Studie mit 500 RA-Patienten ergeben: Wird Methotrexat (MTX) mit Prednisolon kombiniert, können bei doppelt so vielen Patienten innerhalb von zwei Jahren neue Gelenkerosionen verhindert werden als mit MTX allein (Ann Rheum Dis online).

Kombinationen von Basistherapeutika mit Steroiden sind sogar genauso wirksam wie die Kombination mit einem Biological, so Alten bei einer Veranstaltung von Merck Serono in Frankfurt. Das sei für die Kombi aus MTX, Sulfasalazin und Prednison (vom Unternehmen als Decortin® angeboten) der Fall. Nach drei Jahren war mit dieser Therapie jeder zweite RA-Patient in Remission, ein Ergebnis, das auch im Studienarm mit MTX plus dem Biological Infliximab erreicht wurde, aber bei geringeren Kosten (Ann Int Med 146, 2007, 406).

Glukokortikoide sind nicht nur wirksam, sondern auch sicher, so Alten. Das hätten etwa Professor José Antonio da Silva aus Portugal und seine Kollegen in einer Übersichtsarbeit belegt. Viele Vorbehalte stammten noch aus der Zeit der Hochdosis-Kortisontherapie, heißt es dort. Zur verbreiteten Osteoporoseangst bei Steroidtherapie hat Alten erwidert: "Eine deutsche Studie hat sogar ergeben, das es mit Basistherapeutikum plus niedrig dosiertem Steroid weniger Wirbelkörperfrakturen gibt als mit Basistherapeutikum plus Placebo." Erforderlich sei bei Steroiden immer eine Osteoporoseprophylaxe mit Kalzium und Vitamin D, unabhängig von der Steroiddosis.

Die Übersichtsarbeit zu unerwünschten Steroidwirkungen gibt es im Volltext im Internet: http://ard.bmj.com - Suche mit "da Silva" im Feld Autor

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© FOMF

Forum für medizinische Fortbildung

Eviplex: KI-gestützte Recherche speziell für den medizinischen Alltag

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auf einer Waage befindet sich ein Apfel sowie ein Maßband, daneben lieben Hanteln und ein grüner Blattsalat

© Davizro Photography / stock.adobe.com

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

 erschöpfter Malermeister

© Adobe Firefly / Andrea Schudok / generated by AI

Kasuistik

Schwindel und Leistungsknick: Was sehen Sie im EKG?

Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt