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Nierenfunktion beachten bei Arzneikombinationen

Arzneien, die über die Niere eliminiert werden, sind einfacher einzusetzen als solche, die über die Leber metabolisiert werden. Die Nierenfunktion muss aber im Blick bleiben.

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Nierenfunktionsverlust erfordert Dosisanpassungen.

Nierenfunktionsverlust erfordert Dosisanpassungen.

© Kannanimages / shutterstock

FRANKFURT AM MAIN (ner). Arzneimittelkombinationen können gerade bei Senioren potenziell gefährlich werden. Die Kreatinin-Clearance nimmt nämlich mit dem Alter kontinuierlich ab, erinnerte Professor Sebastian Harder aus Frankfurt am Main beim 4. Frankfurter Tag für Allgemeinmedizin.

Die Elektrolyt-Werte, besonders der Serum-Kaliumwert, sowie die Nierenfunktionswerte sind daher regelmäßig zu kontrollieren, zum Beispiel alle sechs Monate oder bei einer Therapieumstellung.

Glomeruläre Filtrationsraten berechnen

Serum-Kreatinin ist ein schlechter Parameter für die Nierenfunktion, da dieser Wert erst sehr spät steigt. Labors bieten daher nach verschiedenen Formeln errechnete glomeruläre Filtrationsraten (eGFR) an.

Alternativ kann man mithilfe einer Excel-Tabelle selber mit Parametern wie dem Kreatinin-Wert, Alter, Körpergewicht, Geschlecht und anderen mehr die eGFR berechnen, etwa anhand der Cockroft-Gault-Formel. Bei sehr hohem Körpergewicht und Alter über 70 Jahre muss jedoch mit Ungenauigkeiten gerechnet werden. Die MDRD-Formeln gelten als genauer.

Cystatin-C sollte einmal pro Jahr bestimmt werden

Harder rät zudem, mindestens einmal im Jahr Cystatin-C zu bestimmen. Gerade im kreatininblinden Bereich zwischen der GFR von 40 bis 80 ml/min ist der Parameter vergleichsweise sensitiver als das Serum-Kreatinin. Um die Arzneimitteldosis adäquat anpassen zu können, muss der Wert zusätzlich einer Niereninsuffizienzklasse zugeordnet werden.

Elektronische Mittel vereinfachen solche Dosisanpassungen. Die eGFR kann zum Beispiel mit Hilfe von www.nierenrechner.de bestimmt werden.

Harder verwies auf die kostenpflichtige Internet-Seite www.doctors-aid.de. Dort ist es möglich, anhand der Datenbasis der Gelben Liste Interaktionprüfungen vornehmen.

Diese werden abgestuft angegeben, und die adäquate Dosis bei Niereninsuffizienz wird berechnet. Nachteil dieses Systems ist allerdings, dass es bislang nicht in die Praxissoftware implementiert werden kann.

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