Kommentar

Notfälle über den Wolken

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht:

Über den Wolken", so hat Reinhard Mey vor bald 40 Jahren geglaubt und gesungen, "muss die Freiheit wohl grenzenlos sein."

Angesichts von jährlich 2,75 Milliarden Flugpassagieren weltweit ist es inzwischen aber wohl eher das Gedränge, das dort oben kaum noch Grenzen kennt.

Entsprechend häufig kommt es an Bord zu medizinischen Zwischenfällen: Auf 44.000 pro Jahr wird die Zahl in einer soeben im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie geschätzt - das sind 120 Tag für Tag.

Der Medizinische Dienst der Lufthansa hat im vergangenen Jahr ausgerechnet, dass man 24 Interkontinentalflüge mitmachen muss, um mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen solchen Notfall mitzuerleben.

Die Frage lautet dann: Ist ein Arzt an Bord? Falls ja, ist dessen Freiheit, sich zu melden, über den Wolken keineswegs unbegrenzt, jedenfalls nicht in Fliegern unter deutscher Flagge.

Dort gilt deutsches Recht, das unterlassene Hilfeleistung unter Strafe stellt. Die NEJM-Studie kann zögerliche Mediziner insofern beruhigen, als die Mehrzahl der Zwischenfälle eher harmloser Natur ist. Und mag es über den Wolken auch keine grenzenlose Freiheit geben - grenzenlose Dankbarkeit für mutige und hilfsbereite Ärzte gibt es hoffentlich allemal.

Lesen Sie dazu auch: Flugmedizin: Notfälle im Flieger meist glimpflich

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