Direkt zum Inhaltsbereich

Nüchternglukose unter 100 mg/dl ist gut fürs Herz

KOPENHAGEN (hbr). Der Diagnosebereich für einen gestörten Nüchternblutzucker wurde vor kurzem von 110 bis 125 mg/dl auf 100 bis 125 mg/dl erweitert. Grund ist das bereits bei niedrigeren Werten erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Für die Krankenhaus-Sterberate nach einem Herzinfarkt scheint das aber nicht zu gelten.

Veröffentlicht:

Das hat Professor Bruno Vergès aus Frankreich beim europäischen Diabeteskongreß in Kopenhagen berichtet. Vergès hat die Daten eines französischen Herzinfarkt-Registers ausgewertet: Bei 2353 Infarkt-Patienten war der Blutzucker am vierten und fünften Tag nach der Einweisung gemessen worden.

Elf Prozent dieser Patienten hatten erhöhte Nüchternglukosewerte zwischen 110 und 125 mg/dl. Bei 14 Prozent waren die Nüchternwerte leicht erhöht (100 bis 109 mg/dl). 34 Prozent hatten normale Nüchternwerte und 41 Prozent einen manifesten Diabetes.

Während des Krankenhaus-Aufenthaltes starben unter den Patienten mit Diabetes oder mit stark erhöhtem Nüchternblutzucker signifikant mehr an kardiovaskulären Ereignissen als unter den Patienten mit normalen Glukosewerten. Auch eine Herzinsuffizienz trat in diesen Gruppen signifikant häufiger auf, so Vergès.

So war etwa die Herzinsuffizienz-Rate bei Patienten mit stark erhöhtem Nüchternblutzucker mit 42 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Patienten mit normalen Werten. Zudem betrug die kardiovaskuläre Sterberate bei hohen Nüchternwerten 5,3 Prozent (versus 1,8 Prozent bei normalen Werten).

Bei Patienten mit leicht erhöhten Nüchternwerten kamen weder eine Herzinsuffizienz noch Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse gehäuft vor. "Bei Herzinfarkt-Patienten ist ein hoher Nüchternwert zwischen 110 und 125 mg/dl ein unabhängiger Prädiktor für die kardiovaskuläre Sterberate und die Herzinsuffizienz im Krankenhaus", so Vergès. Das gelte aber nicht für Nüchternwerte zwischen 100 und 109 mg/dl.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuistik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Lesetipps
Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?

Alle Diabetes-Patienten gegen  Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?