Schweres Asthma

Oft hilft ein FeNO-Test weiter

Eine FeNO-Wert-abhängige Therapie bei Patienten mit schwerem Asthma kann sich lohnen, beispielsweise zum Abschätzen des Nutzens von Biologika.

Veröffentlicht: 04.12.2014, 16:00 Uhr

MÜNCHEN. Was tun, wenn ein Patient mit Asthma bronchiale trotz leitliniengerechter intensiver Therapie weiterhin regelmäßig Beschwerden oder schwere Exazerbationen hat?

Dann gilt es, Diagnose und Therapieadhärenz zu überprüfen und nach Begleiterkrankungen zu fahnden. Ein FeNO-Test, also die Messung des Stickstoffanteils in der Ausatemluft, kann sowohl in der Diagnostik als auch bei der Suche nach der richtigen Therapie für solche Patienten weiterhelfen.

Nur etwa jeder dritte Patient, dessen Beschwerden auch durch eine intensive Asthmatherapie nicht zu kontrollieren sind, hat tatsächlich eine echte schwere Erkrankung, sagte Professor Ian Pavord von der Universität von Oxford in Großbritannien beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) in München.

Bei den übrigen wurde die Diagnose falsch oder nicht vollständig gestellt - "es liegt ein Pseudoasthma oder ein Asthma plus eine weitere Erkrankung wie zum Beispiel vocal cord dysfunction vor", so Pavord, - oder die Therapieadhärenz, die Inhalationstechnik oder die Selbstmanagement-Strategie sind inadäquat.

Phänotyp-spezifische Therapie

Steht die Diagnose schweres Asthma, sollten die Patienten nach ihrem Phänotyp weiter charakterisiert werden, insbesondere nach der Art der Entzündung (Sputumeosinophilie oder -neutrophilie, Bluteosinophilie, FeNO >/< 19,5 ppb).

Allerdings steht die Phänotyp-spezifische Asthmatherapie erst am Anfang, betonte Pavord und verwies auf die gemeinsame Leitlinie von ERS und American Thoratic Society (ATS) zu schwerem Asthma aus dem Jahr 2013. Danach gibt es bisher nur wenige Evidenzen für spezifische Therapieoptionen. Auch eine FeNO-Wert-abhängige Therapie wird bisher nicht empfohlen.

Neue Daten belegen den hohen Stellenwert der Messung beispielsweise zum Abschätzen des Nutzens von Biologika. Bei Patienten mit schwerem allergischen Asthma und FeNO > 19,5 ppb wurde mit dem anti-IgE-Antikörper Omalizumab das Exazerbationsrisiko um 60 Prozent verringert, während bei Patienten mit FeNO < 19,5 ppb keine Risikoreduktion gelang, berichtete der britische Pneumologe.

Auch das Ansprechen auf den anti-IL-13-Hemmer Lebrikizumab sagt das FeNO-Signal voraus.

Durch FeNO-Messungen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen bei Patienten unter Steroidtherapie könne darüber hinaus eine Non-Compliance belegt werden, betonte Pavord.

Nicht-eosinophiles Asthma

Besonders schwierig ist die Therapie bei Patienten mit nicht-eosinophilem Asthma und erhöhten Neutrophilen. Makrolid-Antibiotika helfen Asthma-Patienten in der Regel wenig und sind eher eine Option für Patienten mit COPD und Bronchiektasen, so der Pneumologe.

Antifungizide wie zum Beispiel Itraconazol werden in der Leitlinie nur bei Patienten mit schwerem Asthma und allergischer bronchopulmonaler Aspergillose empfohlen, und die thermale Bronchoplastie sollte nur im Rahmen von Registern oder klinischen Studien eingesetzt werden.

Als vielversprechend bezeichnete Pavord den neuen CXCR2-Antagonist in klinischer Prüfung, der die Zahl der Neutrophilen in Blut und Sputum deutlich verringert. (rf)

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