Direkt zum Inhaltsbereich

Op-Verfahren durch Magen oder Vagina immer ausgereifter

LUDWIGSHAFEN (sir). Die technische Ausstattung für Bauch-Operationen über natürliche Körperöffnungen - NOTES genannt - wird immer ausgereifter. Tierexperimentelle und erste klinische Erfahrungen liegen damit bereits vor. Zudem beginnen Patienten, sich für die Methode zu interessieren.

Veröffentlicht:
Zur Cholezystektomie über transgastrale Zugänge sind mittlerweile Spezialendoskope verfügbar.

Zur Cholezystektomie über transgastrale Zugänge sind mittlerweile Spezialendoskope verfügbar.

© Foto: gvg

Trotzdem ist NOTES (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) immer noch eine experimentelle Operationsmethode. Der Zugang zum Op-Gebiet erfolgt dabei endoskopisch über die Lumina der Verdauungswege, etwa den Magen, bei Frauen über die Vagina.

Von dort aus wird eine Öffnung in Richtung auf das zu operierende Organ geschaffen. In Deutschland wurden so bisher bei Menschen Cholezystektomien, Appendektomien und Magenvollwand-Resektionen vorgenommen. Ein Dutzend weiterer Operationen wurde an Tieren erprobt.

"In einer Umfrage gaben 70 Prozent der befragten Patienten an, sie würden eine solche Methode bevorzugen und dafür ein geringfügig erhöhtes Operationsrisiko in Kauf nehmen", sagte Dr. Georg Kähler aus Mannheim beim Rhein-Neckar-Forum Gastroenterologie.

"Welche dieser transluminalen Operationen sinnvoll sind, muss sich aber noch erweisen", so Kähler auf der vom Unternehmen Dr. Falk Pharma unterstützten Veranstaltung in Ludwigshafen. "Gerade für die Cholezystektomie hat sich ja bereits das laparoskopische Verfahren etabliert." Technisch werde NOTES allerdings immer ausgereifter. Kähler beschrieb neue, speziell hierfür kreierte Endoskope, die "wie eine Kobra" in ihrer gesamten Länge beweglich und steuerbar seien. Auch spezielle Naht- und Klammervorrichtungen zum sicheren Verschluss der Zugangswege und Operationsstellen seien inzwischen verfügbar.

"Die Industrie ist aufgewacht", freute sich auch Professor Jürgen F. Riemann aus Ludwigshafen. "Als erstes werden wir Gastroenterologen künftig in der Lage sein, die Öffnungen, die wir beispielsweise bei einer Polyp-ektomie oder Mukos-ektomie schaffen, auch selbst wieder adäquat zu verschließen."

Erfahrung mit flexibler interventioneller Endoskopie und mit intraabdominellen Erkrankungen sowie die Fähigkeit zum Umstieg auf konventionelle Operationen seien für diese Techniken aber unverzichtbar, waren sich beide Experten einig.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Blutbildveränderungen

Ursachenfindung der Leukozytose: Reaktiv, Infektion oder Leukämie?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose