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Pädophil? MHH zeigt Auswege

Damit aus Fantasien keine Taten werden: Ein Forschungs- und Präventionsprojekt an der Medizinischen Hochschule Hannover soll neue Anlaufstelle für Männern mit pädophilen Neigungen werden. Das Ziel: "Werde kein Täter!"

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Zu spät: Damit es nicht erst zur Kindesmisshandlung kommt, bietet die MHH jetzt eine spezielle Anlaufstelle.

Zu spät: Damit es nicht erst zur Kindesmisshandlung kommt, bietet die MHH jetzt eine spezielle Anlaufstelle.

© Gina Sanders / fotolia.com

HANNOVER (cben). Kein Täter werden: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wird Standort des Forschungs- und Präventionsprojektes Dunkelfeld, das Sexualstraftaten an Kindern verhindern soll.

"Personen, die auf Kinder gerichtete Fantasien haben, aber keine Übergriffe begehen wollen, können sich ab sofort an den Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Sexualmedizin der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wenden", so die MHH.

Die Therapie integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, sowie medikamentösen Therapie, heißt es bei der MHH. Interessenten müssen sich ihrer Neigung bewusst sein und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Werden sie in das Projekt aufgenommen, können sie kostenlos und durch die therapeutische Schweigepflicht geschützt Diagnostik und Therapie in Anspruch nehmen.

Die MHH folgt damit dem bereits 2005 erfolgreich etablierten Pilotprojekt der Berliner Charité, das mittlerweile auch in Kiel, Regensburg und Leipzig angeboten wird. Nach Angaben der MHH kamen 15 Prozent der Männer mit Wohnsitz außerhalb Berlin/Brandenburgs, die sich an die Charité gewandt haben, aus Niedersachsen und Bremen.

Förderung vom Sozialministerium

"Da weite Anfahrtswege oft zu Therapieabbrüchen führen, freuen wir uns, dass wir jetzt eine wohnortnahe Hilfe anbieten können, die einem wirksamen Opferschutz zu Gute kommen wird", sagt Professor Uwe Hartmann, der den Arbeitsbereich an der MHH leitet.

"Wir sind sicher, dass das Präventions-Projekt an der MHH mit seinem engagierten multiprofessionalen Team einen wichtigen Beitrag zur Therapie von Menschen mit pädophilen Neigungen leisten kann."

Eine PR- und Medienkampagne soll auf das Angebot aufmerksam machen. Männer, die pädophile Impulse fühlen, sollen sich an die MHH wenden. Das Motto der Kampagne: "Damit aus Fantasien keine Taten werden!"

Betroffene Männer sollen verstehen: "Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!", so die Initiatoren.

Das niedersächsische Sozialministerium fördert das Projekt mit 360.000 Euro zunächst für drei Jahre. Weitere Unterstützer und Kooperationspartner sind die Kinderschutzorganisation Hänsel+Gretel und die Volkswagen-Stiftung.

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