Behörde mahnt zur Vorsicht

Papageienkrankheit in Schweden

Vogelhaus-Reinigung und enger Umgang mit Vögeln birgt Risiken für die Papageienkrankheit, warnt die Europäische Seuchenbehörde ECDC.

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SOLNA. Die Europäische Seuchenbehörde ECDC verzeichnet eine Häufung von Psittakose in Schweden. Seit November sind in dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern 60 Fälle registriert worden und damit dreimal so viele wie im Schnitt der vergangenen 20 Jahre.

Die meisten Betroffenen hatten sich durch Kontakt mit Wildvögeln infiziert oder bei Haustieren (Papageien) angesteckt.

Weil auch Fälle aus Nachbarländern wie Belgien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Dänemark gemeldet wurden, mahnt das ECDC zu konsequenter Hygiene beim Umgang mit Vögeln, vor allem bei der Säuberung von Vogelhäuschen.

Kontakt mit Wildvögeln sei ganz zu vermeiden, so das ECDC in seinem Wochenbericht zu Infektionskrankheiten. Ärzte sollten bei verdächtigen Symptomen Psittakose in Betracht ziehen.

Grippeähnliche Symptome

In Deutschland wird die meldepflichtige Ornithose nur selten registriert; elf Fälle wurden 2017 gemeldet. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) beginnt eine Psittakose meist grippeähnlich mit Schüttelfrost, hohem Fieber, Kopfweh und Myalgie sowie einem uncharakteristischen Exanthem.

Häufig entwickelt sich als Zeichen einer interstitiellen Pneumonie ein trockener, anhaltender Reizhusten mit gelegentlichen pleuralen Schmerzen, heißt es im RKI-Ratgeber zur Papageienkrankheit.

Im Röntgenbild findet sich meist eine Pneumonie mit fleckförmigen, später konfluierenden Infiltraten. Bei bis zu 70 Prozent der Patienten besteht eine Splenomegalie. Ein MALT-Lymphom im Bereich der Tränenkanäle sollte an Psittakose denken lassen. Uncharakteristische Verläufe sind möglich.

Die Labordiagnostik zeigt häufig eine Leukozytopenie und Linksverschiebung sowie eine mäßig beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Die Krankheit dauert gelegentlich mehrere Wochen.

Komplikationen sind Myo-, Peri- und Endokarditis sowie Thrombophlebitis und ZNS-Beteiligung. Nach überstandener Krankheit besteht Immunität. (eis)

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