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Patienten mit Herzinsuffizienz sollten zu körperlichem Training motiviert werden

Sport ist für Patienten mit einer Herzinsuffizienz sicher und nützlich.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:

BERLIN. Körperliches Training ist auch für Patienten mit Herzinsuffizienz sicher. Damit lassen sich die Lebensqualität und wohl auch die Prognose verbessern. Dafür sprechen Studiendaten, die Privatdozent Gunnar Klein aus Hannover beim Internisten Update präsentierte. Die 2331 Teilnehmer hatten eine Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse II bis IV, mehrheitlich II und III) mit einer Auswurffraktion von maximal 35 Prozent. Alle Patienten der Trainingsgruppe wurden sechs Wochen lang intensiv geschult, dann sollten sie dreimal wöchentlich 30 bis 40 Minuten zu Hause trainieren. Geschadet hat es ihnen nicht: Während und bis 180 Minuten nach dem Training traten weder vermehrt Herzinfarkte noch Dekompensationen der Herzinsuffizienz oder Arrhythmien auf. Hüft- und Beckenfrakturen waren verringert. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe erhielten nur eine schriftliche Anleitung zum Sport. Alle Teilnehmer wurden in den ersten neun Monaten telefonisch an ihre Übungen erinnert, alle bekamen eine medikamentöse Basistherapie.

Primäres Studienziel war eine Verringerung der Gesamtmortalität und aller Hospitalisierungen um mindestens 20 Prozent durch das zusätzliche Training. Dies wurde nicht erreicht. Das könnte daran gelegen haben, dass sich beim Sport "Verum" und "Placebo" nicht immer scharf trennen lassen. So hielten nur 30 Prozent der Patienten der Trainingsgruppe im Schnitt 30 Monate lang die Vorgaben ein. Andererseits betrieben acht Prozent der Patienten der Kontrollgruppe freiwillig so viel Sport wie für die Trainingsgruppe vorgesehen. Gewertet wurden letztlich alle.

"Durch das faire Studiendesign ist es HF-ACTION möglicherweise nicht gelungen, den primären Endpunkt zu erreichen", so Klein. "Wir sollten die Patienten weiterhin zum körperlichen Training motivieren." Denn immerhin hatte die Studie neben der Unbedenklichkeit des Sports auch eine bessere Lebensqualität sowie eine tendenzielle Verringerung der Hospitalisierungen aufgrund Herzinsuffizienz und der kardiovaskulären Mortalität für die Trainierenden erbracht.

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