Direkt zum Inhaltsbereich

Hirnblutungen

Personalisierte Prävention für Frühchen?

Hirnblutungen nehmen bei Frühgeborenen großen Einfluss auf die Langzeitprognose. Kann ein altbekannter Biomarker helfen, Risikokinder zu erkennen?

Veröffentlicht:

BERLIN. Alle reden über personalisierte Medizin, aber keiner tut was dafür? Beim diesjährigen Symposium der Paul-Martini-Stiftung in Berlin hatte Professor Wolfgang Göpel, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, ein gutes Beispiel parat, wie im Zusammenspiel zwischen genetischer Diagnostik und gezielter Therapie bei Frühgeborenen die medizinische Versorgung verbessert werden kann.

„Die Hirnblutung ist bei Frühgeborenen einer der wichtigsten Risikofaktoren für ein schlechtes neurokognitives Langzeit-Outcome“, so der Neonatologe. Fast immer trete diese Art von Blutung in den ersten 72 Lebensstunden auf. Es gibt also ein relativ klar umrissenes Zeitfenster, in dem mit Präventionsmaßnahmen angesetzt werden könnte.

Bei Analyse der prospektiven, vom Bundesforschungsministerium geförderten GNN-Kohorte des German Neonatal Network stellten Göpel und seine Netzwerkkollegen in einer gerade in Publikation befindlichen Forschungsarbeit fest, dass die beiden Genotypen 2 und 4 des Apolipoproteins E (ApoE) das Risiko für frühkindliche Hirnblutungen stark erhöhen. Der Zusammenhang zwischen ApoE und Hirnblutungen war bei Erwachsenen bereits bekannt, dass er auch für Kinder gilt, ist eine Überraschung.

ApoE4 ist bei Erwachsenen in erster Linie als Risikofaktor für Alzheimer bekannt.

Auf Basis der neuen Erkenntnisse könnte jetzt versucht werden, eine präventive Medikation zu entwickeln. Gesucht ist ein Pharmakon, das das hinsichtlich Hirnblutungen neutrale oder vielleicht sogar protektive Apolipoprotein E3 imitiert, also die „normale“ Form des ApoE.

Die Idee wäre, ApoE2/4-Träger pränatal zu identifizieren und sie dann gezielt zu schützen, um die riskanten ersten Tage nach der Geburt zu überbrücken. Natürlich müssen solche personalisierten Präventionsansätze in randomisierten Studien überprüft werden. „Das Beispiel zeigt aber, was für ein Potenzial in Kohortenstudien steckt, wenn sie mit genetischen Daten kombiniert werden“, sagte Göpel. (gvg)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pseudoresistenzen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Interimsanalyse der TRIM-Studie

Nachsorge von Melanomen: Bildgebung womöglich nutzlos

Lesetipps
Bakterien im Blutgefäß

© Artur / stock.adobe.com

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie