Plädoyer für ACE-Hemmer bei KHK-Patienten

MÜNCHEN (wst). Bisher bekommen meist nur KHK-Patienten mit weiteren Risikofaktoren wie Diabetes oder linksventrikulärer Dysfunktion einen ACE-Hemmer zur Therapie mit ASS, einem Betablocker und einem Statin. Orientiert man sich an den aktuellen Ergebnissen der EUROPA-Studie, müßten jedoch alle KHK-Patienten zusätzlich einen ACE-Hemmer bekommen.

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Wir können als Vertreter relevanter Fachgesellschaften nur auf den Tisch legen, was medizinisch Fakt ist, hat dazu der Kardiologe Professor Harry W. Hahmann aus Isny bei einer Veranstaltung des Unternehmens Servier in München gesagt.

Und Fakt ist, daß in der EUROPA-Studie (wir berichteten) bei regelrecht behandelten Patienten mit stabiler KHK unabhängig von zusätzlichen Begleiterkrankungen mit dem ACE-Hemmer Perindopril das Risiko für ein primäres Endpunktereignis (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt oder reanimierter Herzstillstand) innerhalb von etwa vier Jahren um weitere 20 Prozent reduziert werden konnte.

Wie sich aus den EUROPA-Daten zudem errechnen läßt, müßten 50 KHK-Patienten vier Jahre lang mit täglich acht Milligramm Perindopril (vom Unternehmen als Coversum® angeboten) behandelt werden, um ein solches Ereignis zu verhindern. In etwa dieser Größenordnung liegt auch der Nutzen einer unumstrittenen blutdrucksenkenden Therapie bei Hypertonikern.

Auch wenn die großzügige Verordnung eines ACE-Hemmers bei Patienten mit stabiler KHK auf den ersten Blick zusätzliche Kosten verursacht, seien auf der anderen Seite erhebliche Einsparungen durch das Verhindern von Herzinfarkten und Herzinsuffizienzen zu erwarten, sagte der Kardiologe.

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