Rauchstopp

Pneumologen warnen erneut vor E-Zigaretten

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie hat sich in einer aktuellen Stellungnahme erneut dagegen ausgesprochen, E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung zu empfehlen. Ein Grund dafür sind die unbekannten Langzeitrisiken.

Von Dr. Beate Schumacher Veröffentlicht: 04.11.2020, 17:43 Uhr
E-Zigaretten: Nicht als Instrument zur Rauchentwöhnung geeignet.

E-Zigaretten: Nicht als Instrument zur Rauchentwöhnung geeignet.

© Christian Horz / Getty Images / iStock

Berlin. Erst kürzlich hat ein Cochrane-Review ergeben, dass es mittels E-Zigarette wahrscheinlich eher als mit Nikotinersatzprodukten gelingt, mit dem Rauchen aufzuhören (Cochrane Database Syst Rev 2020; online 14. Oktober). Obwohl dabei mancher Zigarettenraucher zum E-Zigarettenraucher – oder gar zu beidem – wird, gibt es einige neuere Publikationen, in denen E-Zigaretten und Tabakerhitzer im Sinn einer Schadensverminderung (harm reduction) als Mittel zur Tabakentwöhnung als vorteilhaft angesehen und empfohlen werden.

Für die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) war das jetzt Anlass, ihre ablehnende Position nochmals deutlich zu machen. In der aktuellen Stellungnahme heißt es: „Die DGP spricht sich dagegen aus, E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung zu propagieren.“

Für die Ablehnung werden vor allem zwei Gründe angeführt:

  • Die langfristigen Gesundheitsgefahren sind unbekannt: Das Aerosol von E-Zigaretten enthält toxische Inhaltsstoffe, die nachweislich Lunge, Herz-Kreislauf- und Immunsystem schädigen. Die Langzeitfolgen sind noch gar nicht untersucht. Auch mit Tabakerhitzern werden toxische und karzinogene Substanzen inhaliert; die damit verbundenen Risiken sind ebenfalls nicht ausreichend erforscht.
  • Zunehmender E-Zigarettenkonsum gefährdet die Tabakprävention: Zum einen beenden viele E-Zigarettennutzer das Zigarettenrauchen gar nicht, sondern konsumieren beides parallel (dual use). Zum anderen zielt die Werbung vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen auch der stärkste Anstieg des E-Zigarettenkonsums zu verzeichnen ist. Bei ihnen kann die E-Zigarette zur Einstiegsdroge für einen späteren Zigarettenkonsum werden. Die Schlussfolgerung der DGP: „Das Ziel der harm reduction kann nicht realisiert werden, wenn neue Käuferschichten nikotinabhängig gemacht und wenn Raucher in der Nikotinabhängigkeit gehalten werden.“

In ihrer Stellungnahme nennen die Pneumologen noch ein drittes und hochaktuelles Argument, auf E-Zigaretten zu verzichten: Laut einer Studie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben nicht nur Zigarettenraucher, sondern auch E-Zigarettenraucher ein erhöhtes Risiko, an COVID-19 zu erkranken (J Adolesc Health 2020; online 11. August).

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