Birkenpollen-Allergie

Pollenallergie: Nicht-Allergene mischen mit

Heuschnupfens Helfer: Nicht-allergene Substanzen aus Pollen verstärken die Immunreaktion.

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MÜNCHEN. Beim Kontakt mit der Nasenschleimhaut setzen Pollen nicht nur Allergene frei, sondern auch viele andere Stoffe. In einer Pilotstudie haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz-Zentrums München nun die Wirkung dieser Substanzen auf Allergiker untersucht (Clinical and Experimental Allergy 2016; online 7. Mai).

Dabei zeigte sich, dass nicht-allergene Bestandteile von Pollen die Reaktion des Körpers maßgeblich beeinflussen, teilt die TUM mit. Das Ergebnis lege nahe, die gängige Praxis bei der Behandlung von Allergien zu überdenken.

Das Team um Professor Claudia Traidl-Hoffmann von der TUM hat die Stoffwechselprodukte von Birkenpollen so gefiltert, dass nur noch nicht-allergene niedermolekulare Substanzen in dem Extrakt enthalten waren, also Stoffe mit besonders kleinen Molekülen.

Die Forscher haben verschiedene Kombinationen aus Allergen und niedermolekularen Substanzen via Prick-Test auf der Haut von Pollen-Allergikern getestet. Außerdem verabreichten sie den Testpersonen einige der Mischungen auch über die Nase, heißt es in der Mitteilung.

Ergebnis: Beim Prick-Test sowie auch bei der Aufnahme über die Nase waren die Reaktionen deutlich stärker, wenn nicht nur das Allergen, sondern zusätzlich auch die niedermolekularen Substanzen verabreicht wurden. Wurden beide unter die Haut gepiekst, bildeten sich besonders starke Rötungen und Quaddeln.

Über die Nase aufgenommen sorgte die Mischung für starke Schleimbildung, und der Körper der Testpersonen bildete zahlreiche Antikörper. Bei Allergikern, an denen nur die niedermolekularen Substanzen getestet wurden, zeigte sich gar keine Wirkung.

Die Erkenntnis, dass auch nicht-allergene Substanzen in Pollen großen Einfluss auf die Reaktion des Körpers haben, könnte die Behandlung von Allergien nachhaltig verändern. Bei einer spezifischen Immuntherapie verabreichen Ärzte heute eine Flüssigkeit, die Pollen mit allen Bestandteilen enthält.

 Dadurch geraten auch Stoffe wie die in der aktuellen Studie untersuchten niedermolekularen Substanzen in den Köper."Derzeit schlagen nur 60 bis 70 Prozent der Hyposensibilisierungstherapien an", wird Traidl-Hoffmann in der Mitteilung zitiert. Ein Grund dafür könnten nicht-allergene aber entzündungsfördernde Inhaltsstoffe sein, die sich negativ auf die Behandlung auswirken.

Ein Ansatz zur Verbesserung der Therapie könnten Impflösungen mit rekombinanten Proteinen sein. Dadurch könnte man gezielt nur das Allergen verabreichen, damit sich der Körper daran gewöhnt. (eb)

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