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Positives zum Rauchstopp kommt eher an

Ärzte, die ihre Patienten vom Rauchen abbringen wollen, haben es schwer. Helfen könnte es, die positiven Aspekte eines Rauchstopps vorzustellen.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

Um als Arzt Raucher zur Aufgabe ihres Lasters zu motivieren, ist der Aufbau eines Drohszenariums wenig hilfreich. Mehr Erfolg verspricht es, auf die Vorteile einer Tabakabstinenz hinzuweisen. Zeitlich begrenzte Nikotinersatzmittel können die akute Suchtbewältigung erleichtern.

Dass Rauchen der Gesundheit schadet und das Leben verkürzt, ist praktisch jedem Raucher klar. Die Verdrängungsstrategien, die es erlauben, dennoch am Glimmstängel festzuhalten, lassen sich durch Schreck- und Schockinformationen kaum überwinden, hat Dr. Tobias Rüther, Leiter der "Rauchfrei-Ambulanz" an der Universität München klargestellt. Schlechte Botschaften führen erfahrungsgemäß zu mehr oder weniger unbewussten Aversionen gegen den Boten, und nach einem entsprechend inszenierten Arztbesuch ist der Patient oft weiter vom Nichtrauchen entfernt als vorher.

Besser und motivierender komme beim Patienten an, die objektiven und zum Teil schon nach wenigen Minuten, Tagen und Wochen auch subjektiv spürbaren Vorteile des Rauchstopps darzulegen, so Rüther auf einer von Johnson & Johnson unterstützten Veranstaltung in München. Gestützt auf eine umfangreiche epidemiologische Datenbasis kann Rauchern versprochen werden, dass ein konsequenter Rauchstopp von allen präventivmedizinischen Maßnahmen die mit Abstand effektivste ist.

Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sind Pulsfrequenz und Blutdruck auf das individuelle Basisniveau gesunken. Bereits nach 24 Stunden Nichtrauchen wird die Abnahme des Herzinfarktrisikos signifikant. Nach etwa 48 Stunden verbessern sich Geruchs- und Geschmackssinn. Nach zwei Monaten beginnen sich die zerstörten Flimmerhärchen zu regenerieren und verbessern die Selbstreinigung der Bronchien. Parallel wächst ohne zusätzliches Training die körperliche Belastbarkeit.

Ein während der Rauchabstinenz initial zunehmender - dann abklingender - Reizhusten sei Zeichen der erstarkenden bronchialen Selbstreinigung, sagte Rüther. Nach einem Jahr ist das Herzinfarktrisiko halbiert. Auch nimmt das Schlaganfallrisiko stetig ab und erreicht nach 5 bis 15 Jahren das Niveau eines Nichtrauchers. Das Risiko für Krebs des Mund- und Rachenraumes oder der Speiseröhre halbiert sich nach fünf, das für Lungenkrebs nach zehn Jahren. Nach 20 Jahren entspricht es dem eines Nichtrauchers.

AWMF-Leitlinie Tabakentwöhnung: www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/020-005p.htm

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