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Schwangerschaftskomplikationen

Präeklampsie geht mit erhöhtem Schlaganfallrisiko einher

Frauen mit Präeklampsie in der Vorgeschichte haben ein signifikant erhöhtes Risiko für Schlaganfälle im späteren Leben. Das legt eine Beobachtungsstudie nahe, in der zum ersten Mal auch zeitlich variierende Risikofaktoren berücksichtigt wurden.

Von Joana Wachter Veröffentlicht:
Bei etwa acht Prozent der Schwangeren weltweit tritt eine Präeklampsie auf (Symbolbild).

Bei etwa acht Prozent der Schwangeren weltweit tritt eine Präeklampsie auf (Symbolbild).

© chompoo / stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Geht Präeklampsie mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko im späteren Leben einher, wenn zeitlich variierende Störfaktoren berücksichtigt werden?

Antwort: Nach Adjustierung auf variierende vaskuläre Risikofaktoren hatten Frauen mit Präeklampsie in der Vorgeschichte ein fast vierfach erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Bedeutung: Die Ergebnisse legen nahe, dass Präeklampsie ein unabhängiger Risikofaktor für einen Schlaganfall im späteren Leben sein kann.

Einschränkung: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie und die Daten zur Präeklampsie-Vorgeschichte basierten auf Eigenangaben der Teilnehmerinnen.

Salt Lake City. Präeklampsie tritt weltweit bei bis zu acht Prozent der Schwangeren auf. Frühere Studien deuteten bereits auf einen potenziellen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Schlaganfällen hin. Eine neue Untersuchung, in der auch zeitlich variierende Risikofaktoren in der Lebensmitte berücksichtigt wurden, liefert jetzt weitere Hinweise darauf, dass Präeklampsie auch Jahrzehnte später mit einem signifikant erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert ist (JAMA Network Open 2021; online 26. April).

Für die Studie nutzten Dr. Adam de Havenon von der Universität Utah in Salt Lake City und sein Team Daten von fast 1.500 Müttern aus der Framingham Heart Study. In dieser war das Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen einschließlich Schlaganfällen über mehrere Jahrzehnte untersucht worden. Alle zwei Jahre war die Gesundheit der Teilnehmerinnen bewertet worden. Keine von ihnen hatte vor Studienbeginn einen Schlaganfall gehabt, 169 hatten Präeklampsie in der Anamnese. Die Betroffenen waren, verglichen mit den übrigen Frauen, tendenziell jünger, rauchten häufiger, hatten einen höheren Blutdruck und erhielten eher cholesterinsenkende Medikamente.

Präeklampsie korreliert mit 3,8-fach erhöhtem Schlaganfallrisiko

Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 32 Jahren traten bei 231 Frauen Schlaganfälle auf. Nach Adjustierung auf sich im Laufe der Zeit verändernde, vaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhter Cholesterin- und Glukosespiegel, Raucherstatus und Gewicht stellten die Forscher fest: Präeklampsie in der Vorgeschichte ist unabhängig davon mit einem rund 3,8-fach erhöhten Risiko für einen Schlaganfall im späteren Leben assoziiert, verglichen mit Frauen ohne Präeklampsie.

Daher vermuten de Havenon und Kollegen, dass die Erkrankung mehr Langzeitschäden verursachen kann als bisher angenommen. Basierend auf ihren Ergebnissen empfehlen sie, dass Frauen in den Jahren nach dem Auftreten einer Präeklampsie sorgfältig überwacht werden sollten. „Unsere Studie legt nahe, dass Ärzte bei den Betroffenen eine konsequente Behandlung vaskulärer Risikofaktoren in der Lebensmitte in Betracht ziehen sollten, einschließlich Bluthochdruck sowie erhöhtem Cholesterin- und Glukosespiegel“, resümieren die Forscher.

Mechanismen hinter den Assoziationen noch unklar

Auch Jamie Kitt von der Universität Oxford und Kollegen halten die Ergebnisse für aussagekräftig. „Das verwendete Modell, das die Entwicklung von Risikofaktoren im Laufe der Zeit berücksichtigt, liefert viel genauere Daten über einen möglichen Zusammenhang von Präeklampsie und Schlaganfällen als frühere Studien“, schreiben sie in einem Begleitkommentar (JAMA Network Open 2021; online 26. April). Es sei wahrscheinlich, dass präventives Verhalten und die Kontrolle von Risikofaktoren dazu beitragen könnten, das erhöhte Risiko einer zerebrovaskulären Erkrankung bei Präeklampsiepatientinnen zu verringern.

Die Mechanismen, die hinter den beobachteten Assoziationen stehen, sind noch nicht eindeutig geklärt. Die Forscher um de Havenon vermuten ein komplexes Zusammenspiel zwischen Präeklampsie und der Akkumulation von Komorbiditäten im Laufe des Lebens, die das zukünftige Schlaganfallrisiko beeinflussen. Weitere Studien dazu seien notwendig.

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