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Prämenstruelles Syndrom durch Hormonallergie?

AUSTIN (ner). Allergien gegen Progesteron und Östrogen können offenbar prämenstruelle Beschwerden wie verstärktes Asthma, Migräne oder andere Schmerzsyndrome hervorrufen. Sollte sich das bestätigen, könnte vielen Frauen eine Desensibilisierung helfen.

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Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts gebe es Hinweise auf eine Hormonhypersensibilität oder Hormonallergie bei Frauen mit verschiedenen klinischen Beschwerden. Das hat Dr. Russell R. Roby aus Austin im US-Staat Texas berichtet ("American Journal of Reproductive Immunology" 55, 2006, 307). "33 bis 52 Prozent der Frauen mit Asthma bemerken prämenstruell eine Verstärkung der Asthma-Symptome", so Roby und seine Kollegen.

Ausprägung von Akne oder Epilepsie hängt vom Zyklus ab

Weitere Krankheiten, die eine Assoziation zum Menstruationszyklus haben, sind Akne, hereditäre Angioödeme, Behcet-Krankheit (schubartig verlaufende Vaskulitis), Epilepsie, Myasthenia gravis und Migräne.

Roby und seine Mitarbeiter haben jetzt festgestellt, daß Frauen mit perimenstruellen Beschwerden signifikant erhöhte IgG-, IgM- und IgE-Antikörperspiegel gegen Östrogen und Progesteron aufweisen.

Die Kollegen verglichen die Antikörper-Spiegel von 368 Frauen mit vermehrten menstruationsassoziierten Asthma-Symptomen, Migräne oder mit Gelenkschmerzen mit den Antikörper-Konzentrationen von insgesamt 320 gesunden Frauen. Diese Antikörper seien offensichtlich spezifisch gegen bestimmte Strukturen der Steroidhormone gerichtet. Denn Antikörper gegen Cholesterin, das Muttersubstrat der Steroide, konnten die Forscher nicht feststellen, berichtet Roby.

Östrogen und Progesteron könnten als Antigene wirken

Ein möglicher Pathomechanismus könnte sein, daß Östrogen, Progesteron und ihre Metaboliten als Antigene wirken. Dies hätte zur Folge, daß sie T-Zellen aktivieren und die Bildung von Antikörpern anregen. Dadurch könnten Histamin, Zytokinen und Leukotrienen ausgeschüttet werden. Als zweite Möglichkeit kommt nach Robys Angaben in Betracht, daß es nach Bindung der Hormone an Blutproteine zu einer allergischen Reaktion vom Spättyp (Typ IV) kommt.

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