Pro Kilo Gewichtsreduktion sinkt Blutdruck um 1,5 mmHg

LÜBECK (ugr). Leichtes Ausdauertraining, moderate Gewichtsreduktion, weniger Alkohol und kein zusätzliches Salz - so sieht die Bluthochdrucktherapie aus, von der alle Patienten profitieren. "Wir empfehlen jedem Patienten eine Änderung seines Lebensstils; ganz gleich, wie stark die Hypertonie ausgeprägt ist", sagte Professor Peter Dominiak von der Universitätsklinik Lübeck.

Veröffentlicht:
Auch Hypertonikern nützt das Abspecken.

Auch Hypertonikern nützt das Abspecken.

© Foto: Kzenon www.fotolia.de

"Die Bedeutung der nicht-medikamentösen Therapie kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden; in den aktuellen Leitlinien sind alle vier Maßnahmen mit dem Evidenzgrad A versehen", so der Präsident der Hochdruckliga-Tagung in Lübeck.

Übergewicht ist bekanntlich einer der wesentlichen Risikofaktoren für Bluthochdruck. Pro abgenommenem Kilogramm Körpergewicht wird der Blutdruck um 1,5 mmHg gesenkt. "Um Patienten nicht gleich am Anfang der Behandlung zu demotivieren, sollte das Therapieziel 1 kg Gewichtsreduktion im Monat lauten", so Dominiak. Außer der Blutdrucksenkung reduziert sich auf diese Weise auch das Risiko für eine Insulinresistenz und Diabetes mellitus, für erhöhte Blutfettwerte und eine Linksherzhypertrophie.

Verstärkt wird dieser Effekt durch regelmäßige körperliche Aktivität: Täglich 20 Minuten Radfahren, Spazierengehen oder Schwimmen senke den Blutdruck um 5 mmHg, so Dominiak. Eine Reduktion des Alkoholkonsums auf 20 (Frauen) bis 30 (Männer) Gramm täglich - das entspricht etwa einem Viertelliter Wein - lässt den Blutdruck um weitere 5 mmHg purzeln. Und noch einmal 5 mmHg kommen dazu, wenn beim Essen konsequent auf zusätzliches Salzen verzichtet wird. Dominiak: "Ich bin selbst Hypertoniker: Nach einer Woche bis zwei Wochen hat man nicht mehr das Gefühl, dass Salz fehlt."

Alle Maßnahmen zusammen könnten innerhalb eines Jahr zu einer Blutdrucksenkung von 30 mmHg führen - "das schafft kein Medikament", so der Kongresspräsident. Bei Hypertonikern, die nur eine leichte Blutdruckerhöhung haben und motiviert sind, könne man zunächst versuchen, nur mit nicht-medikamentösen Maßnahmen den Blutdruck zu senken. Leider seien jedoch nur die wenigsten Patienten dazu zu bewegen, ihren Lebensstil entsprechend umzustellen, beklagte Dominiak.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Lesetipps
3D-Illustration einer Lunge mit Tumor.

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Deutschland

Sterblichkeit wegen Krebs in nahezu allen Altersgruppen rückläufig

MFA und verärgerter Patient

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps fürs Patientengespräch

Wie Sie schwierigen Patienten den Wind aus den Segeln nehmen