Direkt zum Inhaltsbereich

Probiotik verlängert Remission bei Divertikulitis

PRAG (mf). Eine Therapie mit dem apathogenen E.-coli-Stamm Nissle 1917 hat sich in einer ersten, kleinen Studie bei symptomatischer unkomplizierter Divertikel-Krankheit als wirksam erwiesen.

Veröffentlicht:

Professor Premysl Fric und Dr. Miroslav Zavoral vom Zentralen Militärkrankenhaus und Postgraduate Institute in Prag in Tschechien haben die Wirksamkeit dieses Medikamentes bei symptomatischer Divertikel-Krankheit geprüft: 15 Patienten wurden während zweier aufeinanderfolgender Attacken zunächst über eine Woche mit einem intestinalen Antiseptikum in Kombination mit einem Adsorbens behandelt, und es wurde die Dauer der dadurch erzielten Remission dokumentiert.

Bei der dritten Attacke wurde dieses Behandlungsschema wiederholt und im Anschluß eine Therapie mit dem apathogenen E.-coli-Stamm Nissle 1917 (Mutaflor®) eingeleitet. Dabei dauerte die Behandlung bei zwölf Patienten sechs Wochen und bei drei Patienten drei Wochen. Bei vier Patienten erfolgte ein zweiter Behandlungszyklus. Nach der probiotischen Therapie wurden die Patienten in Intervallen von zwei Monaten nachbeobachtet (Eur J Gastroenterol Hepatol 15, 2003, 313).

Ergebnis: Durch die zusätzliche probiotische Therapie wurde die Dauer der Remission deutlich verlängert: So blieben die Patienten nach der ersten Attacke im Durchschnitt 2,7 Monate und nach der zweiten Attacke 2,2 Monate in Remission - nach der dritten jedoch 14,1 Monate. Unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet.

Möglicherweise, so die Ärzte, lindere das Probiotikum bei Patienten mit Divertikel-Krankheit nicht nur die funktionellen Symptome, sondern habe es weitere positive Effekte - etwa die Abschwächung der intestinalen Entzündungsreaktion, die Normalisierung der mukosalen Funktionen und die Milderung von allergischen Reaktionen. Weitere Studien sollten nun folgen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Adenokarzinom

Studie: Neue HER2-gerichtete Therapie braucht gutes Diarrhö-Management

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Lesetipps
Die Hepatitis-B-Impfung hat in einem Impfausweis ein Kreuz.

© Daniel Naupold/dpa

Besonderes Augenmerk auf HBV

HIV und Impfungen: Was beachten, was testen?

Eine Frau fasst sich mit den Händen an den Kopf.

© Graphicroyalty / stock.adobe.com

Mentale Gesundheit gestärkt

Mit einem Fünf-Tages-Programm gegen chronischen Kopfschmerz