Neuro-psychiatrische Krankheiten

Professionelle Hilfe für Kinder mit psychisch kranken Eltern

Veröffentlicht: 20.11.2009, 05:00 Uhr

Von Laura Schon

Ein Modellprojekt in Aachen soll dazu beitragen, dass Kinder Hilfe finden, deren Eltern psychisch krank sind.

KÖLN. Familien, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, haben einen hohen Beratungsbedarf. Das machten die zahlreichen Anfragen beim Kinderschutzbund Aachen deutlich. Der Verband will die Familien nicht im Regen stehen lassen und richtete in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule NRW ein Hilfsangebot ein: AkisiA - "Auch Kinder sind Angehörige".

Kinder lernen Umgang mit der Krankheit

Ziel des Modellprojekts ist, Kindern mit einem psychisch kranken Elternteil zu helfen. Sie sollen lernen, was es mit der Krankheit auf sich hat und wie sie damit umgehen können. Anders als bisherige Angebote für betroffene Angehörige bezieht AkisiA dabei auch die Eltern in die Beratung ein.

"Oft sind es die Eltern selbst, die Kontakt zu uns aufnehmen", sagt AkisiA-Projektleiterin Vera Magolei. Um diese so gezielt wie möglich zu erreichen, arbeiten die Projektbeteiligten mit örtlichen Facheinrichtungen wie dem Alexianer Krankenhaus Aachen zusammen. "Ich biete dort regelmäßig Sprechstunden für betroffene Eltern an." Häufig treten sie mit Erziehungsfragen an AkisiA heran.

Wie lange und intensiv die Familien die Angebote nutzen, bleibt ihnen überlassen. "Manchmal ist der Beratungsbedarf nach ein oder zwei Gesprächen gedeckt. Es gibt aber auch Fälle, in denen Kinder und Eltern im Verlauf von 15 und mehr Terminen in unserer Einrichtung betreut werden", sagt die Sozialpädagogin.

Neben Sprechstunden und Familiengesprächen bietet AkisiA umfangreiche Gruppenangebote für die Kinder an. Dort lernen sie spielerisch den Umgang mit der Krankheit ihrer Eltern und haben die Möglichkeit, sich auszutauschen. "Es hilft den Kindern, Altersgenossen kennen zu lernen, die ähnliche Probleme wie sie selbst haben."

80 Familien nutzen das Angebot

Das gelte auch für diejenigen, die nicht viel über sich preisgeben möchten. "Das spürt man in den Gruppen", sagt Magolei. Erst kürzlich besuchte eine Gruppe von Kindern das Alexianer Krankenhaus. Sie durften sich als Reporter betätigen und Ärzten Fragen zu psychischen Krankheiten stellen.

AkisiA stößt auf große Resonanz. Derzeit nutzen etwa 80 Familien die Angebote des Modellprojekts, das von der "Aktion Mensch" gefördert wird. Die Organisation wird das im November 2008 gestartete Projekt zunächst für drei Jahre tragen.

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