Profi-Training im Fußball-Camp für Zappelphilippe

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Von Ilse Schlingensiepen

Etwa 350 nordrhein-westfälische Apotheken haben in diesen Tagen einen ungewöhnlichen Beratungsschwerpunkt: Sie informieren über das Krankheitsbild ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). Insgesamt 50 Kindern winkt dabei ein ganz besonderes Bonbon: Sie können einen Aufenthalt in einem Fußballtrainingscamp gewinnen.

"Es können natürlich alle Kinder teilnehmen, sie müssen auch nicht hyperaktiv sein", betonte Dr. Traugott Ullrich, Arzt und wissenschaftlicher Leiter von Spitzner Arzneimittel, bei der Vorstellung der Aktion "Ran an den Ball mit Zappelin".

Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Spitzner, der Apotheken-Kooperation EMK und der Kidsactive-Fußballschulen der ehemaligen Bundesligaprofis Frank Mill und Willi Mense. Zappelin® ist ein Komplexhomöopathikum der Firma Spitzner, das in der Therapie von hyperaktiven Kindern eingesetzt wird.

Die Gewinner der Verlosung können Anfang Juni für vier Tage in ein Fußball-Camp in der Sportschule Hennef fahren. Beim Konzept für die Kidsactive-Camps, von denen es inzwischen etwa 50 gibt, stehe der Spaß im Vordergrund, sagte Fußballer Mill. "Wir wollen den Kindern Erfolgserlebnisse vermitteln."

In den Ferien-Camps werden die Kinder - in erster Linie sind es Jungen, bislang nehmen nur etwa fünf Prozent Mädchen teil - nicht nur von Profis trainiert, sie erhalten auch ein buntes Rahmenprogramm rund um den Fußball. "Auf die Idee bin ich durch meine eigenen Kinder gekommen", berichtete Mill. "Sie haben sich überhaupt nicht mehr bewegt und sind immer dicker geworden." Die Arbeit der "Fußball-Spaßschulen" wird von Sponsoren unterstützt, darunter Spitzner.

Ziel der Beratungskampagne in den EMK-Apotheken ist es unter anderem, über die positiven Effekte von Bewegung und Sport für hyperaktive Kinder zu informieren. "Sport wirkt ganzheitlich. Er vermittelt motorische Fähigkeiten, setzt sensorische Reize und fördert die mentale Stärke sowie die kognitiven Fähigkeiten", sagte Dr. Arno Schmidt-Trucksäss, Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Rehabilitative Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar in München.

Für die Kinder sei es positiv, daß sie während des Trainings lange Zeit auf ein Ziel hinarbeiten und dabei auch lernen, mit Rückschlägen umzugehen. "Das fördert das Selbstbewußtsein." Schmidt-Trucksäss, der leitender Verbandsarzt des Deutschen Schwimmverbands ist, verwies auf eine Untersuchung bei US-amerikanischen College-Studenten. Studenten mit ADHS würden danach viermal häufiger Mannschaftssportarten wählen als Individualsportarten. "Im Mannschaftssport gibt es klare Regeln", sagte er.

"Gerade hyperaktive Kinder brauchen Leitung und Lenkung, ihnen fehlen häufig Regeln und klare Strukturen", berichtete Dr. Annette Dröge, niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Homöopathie in Köln. Nach Schätzungen gebe es in Deutschland eine Million bis 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche mit Vollbild ADHS. "Man geht davon aus, daß die Zahl der Kinder mit Teilaspekten des Syndroms mindestens genauso hoch ist."

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