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Kommentar zu Antikoagulation bei Krebs

Prognose ohne Wert?

Von Beate Schuhmacher Veröffentlicht:

Bei Krebspatienten ist sie ein besonderer Balanceakt: die Antikoagulation zum Schutz vor erneuten venösen Thromboembolien. Denn sowohl das Rezidivrisiko als auch das Blutungsrisiko sind deutlich höher als bei Patienten ohne Krebserkrankung.

Zwar gibt es spezifische Leitlinienempfehlungen für die Rezidivprophylaxe bei Patienten mit Malignomen. Sie beruhen jedoch weitgehend auf Studienergebnissen bei Patienten ohne eine solche Erkrankung.

Insofern ist es ein Fortschritt, wenn eine Studie zeigt, dass die Restthrombuslast nach sechsmonatiger Antikoagulation auch bei Krebskranken zur Prognoseabschätzung taugt: Ohne Residuen haben sie ein niedriges, mit Restthromben ein hohes Rezidivrisiko.

An der Behandlung dürfte sich trotzdem wenig ändern. Die Restthrombuslast ist ein Indikator für die Prognose, aber offenbar kein Indikator für das Therapieansprechen. Studienteilnehmer mit Restthromben profitierten nicht von einer verlängerten NMH-Gabe.

Selbst das Fehlen von Residuen ist, wegen der hohen Variabilität in der Beurteilung der Kompressions-Sonografie, nicht zwangsläufig ein Zeichen, dass die Antikoagulation guten Gewissens beendet werden kann. Die optimale Dauer der Rezidivprophylaxe bei Krebspatienten bleibt also weiter offen.

Lesen Sie dazu auch: Krebs: Wie lange sollten Patienten antikoaguliert werden?

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