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TRANSNephro

Projekt für nierenkranke Jugendliche

Transition ist in Deutschland bisher in keinem Fachbereich einheitlich strukturiert. Mit dem Projekt TRANSNephro soll das bestmögliche Transitionsmodell für die Nephrologie gefunden werden.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Die Herausforderungen für chronisch kranke Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden sind groß: Sie müssen lernen, eigenverantwortlich mit der Krankheit und den Medikamenten umzugehen.

So geht es auch Nierentransplantierten. 20 bis 30 Prozent der Jugendlichen verlieren ihre transplantierten Nieren wieder, wenn sie zwischen 16 und 21 Jahre alt sind, teilt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit.

Um Jugendliche darin zu unterstützen, den Übergang von hin zur Erwachsenenversorgung (Transition) gut und eigenständig zu bewältigen und die Organe zu erhalten, haben Forscher der MHH in Zusammenarbeit mit allen Nierenzentren für Kinder und Jugendliche in Deutschland, kooperierenden Erwachsenennephrologen und Dr. Silvia Müther vom Berliner Transitionsprogramm das dreijährige Projekt TRANSNephro gestartet. Dafür erhalten sie von der Stiftung Präventivmedizin des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) 250.000 Euro.

"Transition ist in Deutschland bisher in keinem Fachbereich einheitlich strukturiert. Mit TRANSNephro wollen wir das als Pilotprojekt für nierenkranke Jugendliche ändern. Wir wollen das bestmögliche Transitionsmodell für die deutsche Nephrologie finden", wird Projektleiter Professor Lars Pape, stellvertretender Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen, zitiert.

Aktuelle Versorgungssituation wird analysiert

Im Projekt TRANSNephro analysieren die Forscher die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland und ein neues Modell zur strukturierten Transition. Dazu befragen sie rund 100 Patienten nach Nierentransplantation in 16 Kindernephrologischen Zentren.

Die Hälfte der Jugendlichen wird dann mit einem neuen Konzept im Übergang zur Erwachsenenmedizin begleitet.

Dieses basiert auf dem "Berliner TransitionsProgramm", das unter anderem intensive Kommunikation zwischen Kinderärzten und Erwachsenenmedizinern forciert, und ist um weitere Elemente ergänzt, beispielsweise um eine App für Smartphones, berichtet die MHH in ihrer Mitteilung. Über diese App können zum Beispiel Termine vereinbart und klinische Daten ausgetauscht werden.

"Mit der App können wir die Heranwachsenden über vertraute Medien ansprechen. So wollen wir ihnen ermöglichen, ihre Erkrankung auch unter den schwierigen Bedingungen der Pubertät managen zu können. Ziel ist dabei, dass sie ihrer Therapie treu bleiben", wird Dr. Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der MHH zitiert.

Es gibt für Nierenkranke bereits andere Elemente zur Verbesserung der Transition - zum Beispiel Schulungsprogramme wie "Endlich-Erwachsen". Auch für andere chronische Erkrankungen existieren Projekte zur Transition, beispielsweise für Diabetes, Rheuma und Epilepsie. "Die Projekte zeigen positive Ergebnisse, sind jedoch örtlich beziehungsweise zeitlich begrenzt", so Pape. (eb)

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