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Fibrosen

Protein PU.1 lässt Organe vernarben

Das Protein PU.1 steuert in experimentellen Studien die krankhafte Ablagerung von Bindegewebe bei Fibrosen.

Veröffentlicht:

ERLANGEN. Bei Fibrosen wie der Idiopathischen Lungenfibrose und der Leberzirrhose kommt es ja durch überschießende Aktivierung von Bindegewebszellen zu einer Verhärtung des Gewebes und zur Narbenbildung in dem betroffenen Organ.

Ein Team um Dr. Andreas Ramming von der Uniklinik Erlangen hat nun einen molekularen Mechanismus entschlüsselt, der für die andauernde Aktivierung von Bindegewebszellen verantwortlich ist (Nature 2019; online 30. Januar), teilt die Uniklinik mit.

In experimentellen Studien nahmen die Forscher das Eiweißmolekül PU.1 ins Visier. In der normalen Wundheilung wird die Bildung von PU.1 vom Körper gehemmt, damit am Ende des normalen Heilungsprozesses die Bindegewebszellen wieder in einen Ruhezustand zurückkehren können.

„Wir konnten nachweisen, dass PU.1 bei verschiedenen Bindegewebserkrankungen in der Haut, Lunge, Leber und der Niere aktiviert wird. PU.1 bindet an die DNA in Bindegewebszellen und programmiert diese um, was zu einer anhaltenden Ablagerung von Gewebsbestandteilen führt“, wird Ramming in der Mitteilung zitiert.

PU.1 ist nicht der einzige Faktor, der an Fibrosen beteiligt ist, denn schon in der Vergangenheit wurden Faktoren identifiziert, die bei der Ablagerung von Narbengewebe beteiligt sind. Neu entdeckt wurde aber, dass PU.1 eine zentrale Funktion in einem Netzwerk aus Faktoren übernimmt, die diesen Prozess steuern.

„PU.1 ist gleichsam der ‚Dirigent‘ in einem Orchester“, erklärt Ramming. „Nimmt man ihn heraus, fällt das gesamte Konzert in sich zusammen“.

Der Ansatz ließ sich therapeutisch bereits mit einem experimentellen Pharmakon realisieren, heißt es in der Mitteilung. Dies nähre die Hoffnung, dass bald klinische Studien zur Hemmung von PU.1 starten können, mit dem Ziel Fibrose besser zu behandeln. (eb)

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