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Psoriasis – Saufen gegen den Schuppenfrust?

Ein Grund für das vorzeitige Ableben von Menschen mit Psoriasis ist möglicherweise in ihrem Lebensstil zu finden. Ein britisches Forscherteam kam der Sache jetzt näher.

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Menschen mit Psoriasis haben ein um 58 Prozent höheres Risiko für einen alkoholbedingten Tod als vergleichbare Altersgenossen ohne diese Hauterkrankung, errechneten jetzt britische Forscher.

Menschen mit Psoriasis haben ein um 58 Prozent höheres Risiko für einen alkoholbedingten Tod als vergleichbare Altersgenossen ohne diese Hauterkrankung, errechneten jetzt britische Forscher.

© Farina3000 / Fotolia

MANCHESTER. Glaubt man der Statistik, so haben Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod. Über die Gründe weiß man bislang wenig. Rosa Parisi von der University of Manchester und Kollegen haben jetzt untersucht, ob das Mortalitätsrisiko möglicherweise dem Alkoholkonsum dieser Menschen zuzuschreiben ist. In der vor Kurzem publizierten Kohortenstudie (JAMA Dermatol. 2017; online 15. Sept. 2017. doi:10.1001/jamadermatol.2017.3225) analysierten sie Patienten- und Sterbedaten von 55.537 Menschen über 18 Jahre, bei denen zwischen 1998 und 2014 erstmals eine Psoriasis diagnostiziert worden war, sowie von 854.314 Personen ohne die Hauterkrankung.

Der Anteil moderater Trinker war in beiden Gruppen gleich hoch (40,9 Prozent). Als schwere Trinker wurden in der Psoriasis-Kohorte 9,3 Prozent und in der Kontrollgruppe 7 Prozent klassifiziert. Die Probanden waren zu Studienbeginn durchschnittlich 48 bzw. 47 Jahre alt.

Deutlich erhöhtes Risiko für alkoholbedingten Tod

Das Ergebnis: Menschen mit Psoriasis haben ein um 58 Prozent höheres Risiko für einen alkoholbedingten Tod als vergleichbare Altersgenossen ohne diese Hauterkrankung. Weibliche Psoriatiker bezahlen ihre Trinkfreude der Studie zufolge sogar mit durchschnittlich fünf Lebensjahren.

So starben innerhalb eines durchschnittlichen Studienzeitraums von fünf Jahren in der Psoriasis-Gruppe 152 und in der Kontrollkohorte 1118 Menschen infolge ihres Alkoholkonsums. Die Frauen mit Psoriasis starben durchschnittlich im Alter von 55 Jahren, ohne Psoriasis mit 60. Die männlichen Trinker wurden 56 bzw. 57 Jahre alt. Die häufigsten Todesursachen waren mit 65 Prozent alkoholbedingte Leberkrankheiten, mit 23,7 Prozent Leberfibrose oder -zirrhose und mit 7,9 Prozent psychische und Verhaltensstörungen infolge des Alkoholmissbrauchs. Diese drei Diagnosen machten in der Gruppe der Psoriatiker somit fast 97 Prozent aller Todesursachen aus.

In der Kontrollgruppe waren die Hauptgründe die gleichen, ihr Gesamtanteil lag mit 92 Prozent aber etwas niedriger.

Zu wenig Unterstützung für den Weg aus der Sucht

Die britischen Forscher gehen davon aus, dass psychische Probleme, die mit der Psoriasis verbunden sind, den chronischen Alkoholmissbrauch oder die -abhängigkeit fördern können. Dies bestätige auch die Studie. Deutlich werde aber zudem, so die Autoren, wie häufig ein Alkoholmissbrauch übersehen werde und unbehandelt bleibe. Nur ein kleiner Teil derer, die infolge ihres Alkoholkonsums starben, war wegen der Sucht medikamentös therapiert worden (10,5 Prozent der Psoriasis-Patienten bzw. 10,9 Prozent in der Kontrollgruppe), obwohl die meisten stationär behandelt worden waren. Auch eine psychologische Unterstützung war nur 19,7 bzw. 14,4 Prozent der Verstorbenen angeboten worden. (ST)

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