Dermatologie

Psoriasis: Ziele gemeinsam formulieren!

Wird bei Psoriasis mit dem Patienten nicht nur die Therapie besprochen, sondern werden auch Behandlungsziele formuliert, steigt die Adhärenz.

Veröffentlicht: 13.07.2017, 05:55 Uhr

BERLIN. In ihrem "Global report on psoriasis" hat die WHO dazu aufgerufen, die Psoriasis-Therapie nicht auf die Hautsymptome zu reduzieren. Vielmehr müsse eine personalisierte Strategie mit ganzheitlichem Ansatz verfolgt werden.

Die WHO befürwortet daher eine frühe Evaluation der Lebensqualität, etwa mit dem DLQI(Dermatology Life Quality Index)-Fragebogen. Damit wird unter anderem das häufig unterschätzte Symptom Juckreiz abgefragt, von dem laut einer aktuellen Erhebung 43 Prozent der Psoriasis-Patienten betroffen ist. Dieses Vorgehen wird auch auf europäischer Ebene getragen, sagte Professor Matthias Augustin, Uniklinikum Hamburg-Eppendorf Hamburg, bei einer vom Unternehmen Celgene unterstützen Veranstaltung.

Er machte deutlich, dass es nicht genügt, mit dem Patienten die Therapie zu besprechen; es müssten vielmehr auch Therapieziele formuliert werden. Wenn das erfolgt, steigt auch die Adhärenz. "Das ist kein Zeitproblem", betonte Augustin im Hinblick auf Befürchtungen, dass im Praxisalltag die Zeit dafür nicht ausreicht.

Professor Kristian Reich, Dermatologikum Hamburg, stellte die Praxisstudie LAPIS-PSO zum Effekt des oralen PDE4-Hemmers Apremilast (Otezla®) unter Alltagsbedingungen vor. Neben den Hautveränderungen wurden darin auch Symptome wie Juckreiz und Schmerz evaluiert. Es handelt sich um eine multizentrische prospektive nichtinterventionelle Studie mit Patienten mit moderater bis schwerer Erkrankung im zugelassenen Indikationsbereich, bei der die Daten zu regulären Arztvisiten nach der klinischen Routine des Behandlers erhoben werden. Nach den Ergebnissen einer Zwischenauswertung der Daten von 111 Patienten hatten bei der ersten Visite nach rund einem Monat 23 Prozent der Behandelten ein Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI)-50-Ansprechen erreicht, nach zirka vier Monaten 67 Prozent. Damit wurde ein besseres Ansprechen als in den vorangegangenen klinischen Studien erzielt.

Schmerzen und Pruritus reduzierten sich deutlich, sodass nach zirka vier Monaten 31 Prozent der Patienten angaben, keine oder nur noch sehr leichte Symptome zu haben. Verbesserungen der Lebensqualität waren bereits nach vier Wochen mittels DLQI messbar. Nach viermonatiger Therapie gaben 87,5 Prozent der Patienten an, Apremilast gegenüber ihrer Vortherapie zu bevorzugen. (cb)

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