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Herzinfarkt

Rauchstopp schafft 19 Jahre Zeitgewinn

Eine deutsche Kohortenstudie hat Raucher unter die Lupe genommen. Demnach hat ein 60-jähriger Raucher das gleiche Infarktrisiko wie ein 79-jähriger Nichtraucher. Helfen kann der Rauchstopp - selbst noch im Alter.

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Besser ist das - fürs Herz.

Besser ist das - fürs Herz.

© Anyka / fotolia.com

HEIDELBERG. Auch im fortgeschrittenen Alter lohnen sich die Mühen einer Raucherentwöhnung. Dies geht aus einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg hervor.

Am eindrucksvollsten spiegelt sich der Vorteil in folgender Berechnung wider: Ein Raucher über 50 muss 19 Jahre früher mit einem Herzinfarkt rechnen als ein Nichtraucher. Wenn das kein Argument für den Rauchstopp ist.

Wer die 50 überschritten hat und immer noch raucht, steigert damit sein Risiko für Herz und Gefäße beträchtlich, wie die Kohortenstudie zeigt, in die 8807 Personen zwischen 50 und 74 Jahren ohne kardiovaskuläre Ereignisse in der Vorgeschichte eingeschlossen wurden. 56,5 Prozent davon waren Frauen (Eur J Epidemiol 2013; online 9. Februar).

Mit dem Cox-Modell wurden die Häufigkeiten von Myokardinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod infolge des Rauchens abgeschätzt. Gleichzeitig wurde ermittelt, welchen Nutzen ein Rauchstopp im Alter hat. 17,2 Prozent der Probanden rauchten, 31,7 Prozent waren Exraucher und 51,1 Prozent hatten nie geraucht.

Während einer mittleren Beobachtungszeit von rund neun Jahren erlitten 261 Personen einen ersten Myokardinfarkt und 456 einen ersten Schlaganfall; 274 Probanden starben an kardiovaskulären Ereignissen.

Klare Dosis-Wirkungs-Kurve

Gegenüber den Nichtrauchern war bei den Rauchern das adjustierte Risiko für alle kardiovaskulären Endpunkte um mehr als das Doppelte erhöht. Zudem zeigte sich eine klare Dosis-Wirkungs-Abhängigkeit, sowohl hinsichtlich der regelmäßig konsumierten Menge als auch der Gesamtdauer des Raucherstatus.

So stieg das Risiko für Personen, die mehr als 20 Zigaretten täglich rauchten, beispielsweise bis auf das 3,5-Fache. Im Vergleich zu Nichtrauchern mussten Raucher im Schnitt rund 19 Jahre früher mit einem Myokardinfarkt rechnen und rund zehn Jahre eher mit einem Schlaganfall.

Zudem starben die Raucher rund achteinhalb Jahre früher an einem kardiovaskulären Ereignis. Das kardiovaskuläre Risiko der ehemaligen Raucher dagegen lag nur geringfügig über dem der Nichtraucher (beim Herzinfarkt rund acht Monate).

Hatte ein Raucher die Hürde in ein rauchfreies Leben geschafft, fiel innerhalb von fünf Jahren in allen untersuchten Bereichen das Risiko um 33 bis 46 Prozent und das erste kardiovaskuläre Ereignis ließ zwischen 4 und 14 Jahre länger auf sich warten.

Die Studie macht auf die besonders schweren Folgen des Rauchens im höheren Alter aufmerksam. Während in einer früheren Untersuchung mit jüngeren Probanden Infarkte, je nach täglichem Rauchquantum, zwischen sieben und 11,5 Jahren früher auftraten, büßten in der älteren Population dieser Studie diejenigen, die mindestens 20 Zigaretten täglich konsumierten, gegenüber den Nichtrauchern 21 Jahre an gesunder Lebenszeit ein.

Insgesamt zeigten sich bei Frauen tendenziell noch etwas schlechtere Ergebnisse als bei Männern. Da die meisten Risiken schon in den ersten fünf Jahren nach dem Rauchstopp deutlich geringer werden, lohnt sich dieser in jedem Alter. (St)

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