Infektionskrankheiten

Reisemediziner warnen vor Chikungunya in Myanmar

Reisenden nach Myanmar sollte dringend eine gute Expositionsprophylaxe gegen Mücken angeraten werden. Grund hierfür ist ein Chikungunya-Ausbruch in mehreren Landesteilen.

Von Christina Ott Veröffentlicht: 10.01.2020, 16:05 Uhr
Reisemediziner warnen vor Chikungunya in Myanmar

Die tagaktive Tigermücke (Aedes albopictus) überträgt Chikungunya-Viren.

© GordZam / Getty Images / iStock

Madrid. Nach Europa sind vergangenes Jahr wieder vermehrt Fälle von Chikungunya-Infektionen (CHIKV) eingeschleppt worden. Das berichten internationale Forscher im Fachjournal „Eurosurveillance“ der Europäischen Seuchenbehörde ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control). Entdeckt wurde die durch die tagaktive Mücke Aedes albopictus übertragene Virusinfektion bei 18 Reise-Rückkehrern aus Myanmar, berichtet die Forschergruppe (Eurosurveillance 2020; 25(1); online 9. Januar).

Zwei Reisende wurden Anfang Oktober über das GeoSentinel Surveillance Network in Madrid identifiziert, weitere 16 über GeoSentinel, EuroTravNet und TropNet. Zwölf Betroffene waren Touristen, die sich im Durchschnitt 13 Tage (6 – 65 Tage) in unterschiedlichen Gebieten Myanmars aufgehalten hatten, die restlichen Auswanderer oder Geschäftsreisende. Zwischen 2011 und 2018 waren keine CHIKV-Fällen in Myanmar registriert worden; es handelt sich dabei wieder um die ersten Fälle.

13 der Betroffenen reisten nach Europa ein, vier nach Asien und einer nach Amerika. Akute Symptome, die bei den Reisenden festgestellt wurden, waren Fieber (n = 18), Arthralgie (n = 16) und Ausschlag (n = 14). Die Zeit von den ersten Symptomen bis zur Diagnose betrug im Median 9,5 Tage (1–240 Tage).

Vier Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden, 15 benötigten NSAR, vier Kortikosteroide. Wochen später hatten 14 Patienten weiterhin persistierende Symptome, vor allem eine Arthralgie.

Da das Chikungunya-Fieber nicht immer folgenlos ausheilt, und in Anbetracht oft lange anhaltender Gelenk- und Muskelschmerzen, empfehlen die Autoren eine detaillierte Reiseberatung mit wirksamem Mückenschutz. Es gibt bisher weder eine Impfung oder Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie.

Die Autoren weisen außerdem darauf hin, dass importierte CHIKV-Infektionen durch infizierte Reisende die Ausbreitung in deren Heimatländern begünstigen können, wenn dort vor allem in den heißen Jahreszeiten geeignete Überträgermücken vorhanden sind.

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