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Terroranschläge

Rettungswagen sollen besser ausgestattet werden

Mediziner wollen sich besser für Terroranschläge wappnen. Sie fordern daher die Ausstattung von Rettungswagen mit Tourniquets zum Abbinden großer Wunden.

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BERLIN. Das Tourniquet ist ein Abbindesystem, mit dem eine lebensbedrohliche Blutung an Armen oder Beinen unterbrochen und gestoppt werden soll – beispielsweise nach Explosions- oder Schussverletzungen bei einem Terroranschlag.

Auf die Forderung, Rettungswagen bundesweit damit auszustatten, mitverständigten sich Unfallchirurgen und Rettungsmediziner voir kurzem auf der DGU-Veranstaltung "Terroranschläge – eine neue traumatologische Herausforderung" in München. Das berichteten gemeinsam die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)

Der Sprecher der DGAI-Arbeitsgemeinschaft (AG) Taktische Medizin und Oberstarzt Professor Matthias Helm wies in seinem Vortrag darauf hin, dass etwa 90 Prozent der Opfer von Terroranschlägen sterben würden, weil sie verbluteten. "Die Stillung der Blutung steht nach einer Explosion an erster Stelle", ergänzte DGU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann.

Die Erfahrung von Medizinern, die die Opfer der Anschläge von Paris vor Ort versorgten, zeige, dass die Tourniquets, die auf den Rettungswagen waren, nicht ausreichten – die Rettungskräfte und Ärzte griffen auf ihre Hosengürtel zurück und banden damit die verletzten Extremitäten ab. "Das Tourniquet ist eine einfache Maßnahme, um eine Blutung zu stoppen und somit Leben zu retten. Wir müssen es nur parat haben", waren sich Hoffmann und Helm einig.

Ursprung in der militärischen Einsatzmedizin

Das Tourniquet stammt ursprünglich aus der militärischen Einsatzmedizin. Angesichts der aktuellen Terrorgefahr erfährt es nun auch in der Zivilmedizin große Bedeutung. Während in Frankreich alle Rettungsfahrzeuge damit ausgestattet sind, ist das in Deutschland noch nicht flächendeckend der Fall. Die Rettungswagen in Bayern haben bereits militärische Sanitätsausrüstung an Bord.

Zudem überlegen die Unfallchirurgen, auch die Bevölkerung in die Versorgung stark blutender Schuss- und Explosionsverletzungen einzubeziehen: In einem nächsten Schritt wäre es denkbar, öffentliche Plätze mit Tourniquets auszustatten – analog zu Defibrillatoren.

Da die Tourniquets, die einer Blutdruckmanschette ähneln, leicht zu handhaben sind, könnte jeder Bürger im Ernstfall dazu beitragen, dass bei einer lebensbedrohlichen Blutung schnell gehandelt werden könne, heißt es in der Mitteilung. Die Schulung darin könnte ein Punkt bei Erste-Hilfe-Kursen sein. In den USA gebe es dazu etwa die Kampagne "Stop the bleeding". (run)

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