Direkt zum Inhaltsbereich

Rheuma - das ist ein Grund mehr zu impfen

HAMBURG (sir). Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) können trotz Basistherapie geimpft werden. Auch während einer Therapie mit TNFa-Blockern kann mit einer Grippe-Impfung eine schützende Immunreaktion erzeugt werden. Das hat eine Studie bestätigt, die jetzt beim Rheuma-Kongress in Hamburg vorgestellt wurde.

Veröffentlicht:

"Ideal wäre es, vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie den Impfstatus der Patienten zu überprüfen und alle empfohlenen Impfungen vorzunehmen", sagte Professor Klaus Krüger aus München. Dies sei in der Praxis jedoch nicht immer möglich.

Außerdem müsse die Impfung gegen Influenza bekanntlich jedes Jahr mit dem aktuellen Impfstoff neu erfolgen. "Es spricht aber auch nichts dagegen, etwa während der Therapie mit TNFa-Blockern inaktivierte Impfstoffe zu verimpfen", so der Rheumatologe bei einer Veranstaltung Unternehmens Essex, das den TNFa-Blocker Infliximab (Remicade®) anbietet. Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Influenza und Pneumokokken seien zu empfehlen und auch möglich, so Krüger.

Immunantwort leicht reduziert unter Biological-Therapie

Krüger stellte unter anderen eine Studie mit RA-Patienten vor, die bei laufender Rheuma-Therapie gegen Grippe geimpft wurden. Der Impfstoff enthielt Antigene der Virus-Subtypen H1N1, H3N2 und B1. 62 Patienten wurden mit einem TNFa-Blocker behandelt, 37 mit Methotrexat (MTX), 50 erhielten eine Kombitherapie beider Arzneimittel. 18 Kontrollpersonen erhielten keines der Medikamente. "Die Rate der Personen mit komplettem Impfschutz gegen H1N1 war in den beiden Gruppen mit dem TNFa-Blocker etwas erniedrigt", sagte Krüger.

Impfung hatte keinen Einfluss auf die Krankheitsaktivität

Sie lag bei knapp 60 Prozent, bei Personen der Kontrollgruppe bei 78 Prozent. Die Immunantworten auf die anderen Antigene waren geringer ausgefallen oder es gab keine Unterschiede zwischen den Patienten mit immunsuppressiver Therapie und den Kontrollpersonen. "Ein Einfluss der Impfung auf die Krankheitsaktivität oder eine ungewöhnliche Impfreaktion war in keiner der Gruppen zu beobachten", so Krüger zur Sicherheit der Impfung bei den RA-Patienten.

Ähnliches hätten auch die Daten einer weiteren Studie Grippe- und zur Pneumokokken-Impfung ergeben. Die Impfungen gegen Hepatitis A oder B, gegen Haemophilus influenzae (Hib), Meningokokken oder FSME sind nach Angaben Krügers ebenfalls zu empfehlen, wenn Infektionsrisiken bestehen. "Nur Impfungen mit Lebendimpfstoffen sind für immunsupprimierte Rheumapatienten kontraindiziert", so Krüger.



Rheuma-Infos im Internet

www.rheumanet.org ist die Homepage mehrerer Institutionen (etwa Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kompetenznetz Rheuma, Rheuma-Akademie)

www.eular.org ist das Angebot der European League Against Rheumatism (EULAR)

www.rheumatology.org heißt die Website des American College of Rheumatology (ACR)

www.rheumawelt.de ist eine Internetseite, die Kollegen ihren Patienten als Anlaufstelle zu allen Fragen rund um rheumatische Erkrankungen nennen können

www.dgooc.de bietet Informationen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rotatorenmanschetten-Anomalien

MRT-Befunde wohl nicht mit chronischen Schultersymptomen assoziiert

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

© Vladimir Vladimirov | iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Round-Table-Gespräch

Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?