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Chronische Rhinosinusitis

Risiko nach Antibiose erhöht

Antibiotikatherapien bei nichtsinunasalen Infektionen erhöhen das Risiko für chronische Rhinosinusitiden. Das bestätigt eine US-amerikanische Studie.

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BOSTON. Bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis (CRS) ist, wie das Mikrobiom-Projekt bestätigte, die Diversität des sinunasalen Mikrobioms reduziert. Jede Antibiotikaeinnahme, egal aufgrund welcher Indikation, kann diese Biodiversität empfindlich stören und – so die Hypothese – die Manifestation einer CRS begünstigen. Untermauern konnten diese Hypothese kürzlich US-Forscher. Sie stellten in einer Fall-Kontroll-Studie mit 1162 Patienten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen vorausgegangener Antibiotikaeinnahme und der Manifestation einer CRS fest (Laryngoscope 2016, online 23. August).

Die Studienteilnehmer waren 2014 aufgrund sinunasaler Beschwerden an das Massachusetts Eye and Ear Infirmary Sinus Center in Boston überwiesen worden. Bei 410 Patienten bestätigte sich eine chronische Rhinosinusitis, bei 137 mit Polypen und bei 273 ohne. Die restlichen 752 Patienten, bei denen andere Erkrankungen vorlagen, stellten die Kontrollgruppe.

Deutlich mehr CRS- als Kontrollpatienten (56 vs. 42 Prozent) gaben an, in der Vergangenheit unabhängig von der Sinusitis ein Antibiotikum verschrieben bekommen zu haben. Der häufigste Verschreibungsgrund war in beiden Gruppen eine Pharyngitis (CRS-Gruppe: 18 Prozent; Kontrollgruppe: 16 Prozent), meistverschriebenes Antibiotikum ein Penicillin(CRS-Gruppe: 52 Prozent; Kontrollgruppe: 45 Prozent).

Von Asthma, Aspirin sensitiven Atemwegserkrankungen und umweltbezogenen Allergien waren verglichen mit der Kontrollgruppe deutlich mehr CRS-Patienten betroffen. Raucher hingegen waren in beiden Gruppen gleich häufig vertreten und auch bei der Zahl der pro Tag gerauchten Packungen gab es keinen Unterschied.

Eine vorausgegangene Antibiose war auch bei Berücksichtigung aller möglichen Kofaktoren eindeutig mit der Manifestation einer chronischen Rhinosinusitis (OR 1,80) assoziiert. Betrachtet man nur die CRS-Patienten ohne nasale Polypen, so lag das Risiko im Vergleich zur Kontrollgruppe mehr als doppelt so hoch (OR 2,21).

Mit vorausgegangener Antibiose fiel auch die Lebensqualität der CRS-Patienten deutlich schlechter aus als ohne (p = 0,0009), und das über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren.

Antibiotikatherapien bei nichtsinunasalen Infektionen erhöhen das Risiko chronischer Rhinosinusitiden, betonen die US-Forscher. Eine Kausalität sei damit aber nicht bestätigt. Dennoch sind Alice Maxfield und ihre Kollegen vom Massachusetts Eye and Ear Infirmary Sinus Center in Boston davon überzeugt, dass jede Antibiose als Risikofaktor für eine chronische Rhinosinusitis gewertet werden muss, und appellieren an alle praktizierenden Ärzte, bei jeder Antibiotikaverschreibung sorgfältig den Nutzen gegen die Risiken abzuwägen.

"Antibiotika werden nach wie vor zu häufig verschrieben", betonen die Studienautoren und verweisen auf eine aktuelle Erhebung aus den USA, wonach auf 1000 US-Bürger 506 Antibiotikaverschreibungen pro Jahr kommen. "Und etwa 30 Prozent der Verschreibungen im ambulanten Bereich stellten sich als nicht zielführend heraus." (dk)

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