Rituximab bremst Gelenkzerstörung bei Rheuma-Patienten

BERLIN (emk). Seit einigen Monaten gibt es mit Rituximab eine neue Therapie-Option für Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA). Der Antikörper bindet selektiv an B-Zellen, die bei RA Entzündungsprozesse in der Synovia steuern.

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Die gute Wirksamkeit von Rituximab ist durch die Phase-III-Zulassungsstudie REFLEX mit 520 RA-Patienten belegt: Darin hatten nach 24 Wochen Rituximab-Therapie 51 Prozent der Patienten das primäre Studienziel, eine 20-prozentige Besserung der Beschwerden im ACR-Score (ACR20-Antwort), erreicht. Das hat Professor Gerd R. Burmester von der Charité berichtet.

Mit Placebo waren es nur 18 Prozent der Studienteilnehmer. Dabei hing die Wirkung von Rituximab von der vorangegangenen Therapie ab: Bei 42 Prozent der mehrfach vorbehandelten Patienten, aber bei 58 Prozent der Patienten, die zuvor nur einen TNF-Alpha-Blocker erhalten hatten, kam es mit Rituximab zu einer ACR20-Antwort.

Ein ACR50-Ansprechen erreichten 27 Prozent der Patienten mit Rituximab, aber nur fünf Prozent der Patienten aus der Placebogruppe. Eine ACR70-Antwort, die weitgehend einer klinischen Remission entspricht, wurde bei 12 Prozent der Patienten mit Rituximab dokumentiert, aber nur bei einem Prozent der Kontrollpatienten.

Wenn Patienten sechs bis zwölf Monate nach der initialen Anwendung eine erneute Rituximab-Behandlung erhalten, werden im Vergleich zum ersten Therapiezyklus ähnliche oder sogar bessere Ergebnisse erzielt. In einem zweiten Zyklus kamen 13 Prozent der Patienten in Remission. Belegt wurde in der REFLEX-Studie auch, dass die Therapie mit Rituximab die radiologische Progression der Gelenkzerstörung bremst. Das lässt sich daran ablesen, dass sich die Gelenkspalten verschmälern und die Erosionen nicht weiter fortschreiten.

Bereits nach zwei initialen Rituximab-Infusionen sei es zu einer hoch signifikanten und klinisch bedeutsamen Besserung bei allen relevanten Parametern gekommen. Das berichtete Burmester bei einer Veranstaltung des Unternehmens Roche Pharma in Berlin. Das treffe auch für Patienten mit negativem Rheumafaktor zu. Entscheidend für den Therapie-Erfolg sei, dass Rituximab früh im Krankheitsverlauf angewandt wird.



STICHWORT

ACR-Score

Der ACR-Score wurde vom American College of Rheumatology (ACR) entwickelt. Unter einer ACR20-Antwort wird eine 20-prozentige Besserung der Beschwerden im ACR-Score verstanden. Der ACR-Score berücksichtigt unter anderen die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke und die Funktionseinschränkung. (emk)



DIE STUDIE IN KÜRZE

REFLEX steht für "Randomised Evaluation of Long-term Efficacy of Rituximab in RA".

Patienten: 520 RA-Patienten, bei denen eine Therapie mit TNF-alpha-Blockern wegen unerwünschter Effekte oder unzureichender Erfolge abgebrochen wurde.

Methode: Die Patienten erhielten 24 Wochen lang Methotrexat plus entweder zwei Infusionen des monoklonalen Antikörpers Rituximab (MabThera®) oder Plazebo.

Ergebnis: Das primäre Studienziel, eine ACR20-Antwort, erreichten mit Rituximab 51 Prozent der Patienten, mit Placebo waren es nur 18 Prozent. Eine ACR50-Antwort erreichten mit Rituximab 27 Prozent mit Placebo fünf Prozent. (eb)

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