Osteoporose

Romosozumab reduziert Frakturrate

Der Antikörper Romosozumab reduziert das Risiko für Knochenbrüche bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose. Das hat jetzt eine Phase-III-Studie mit dem Medikament ergeben, das sowohl förderlich auf den Knochenaufbau wirkt als auch den Knochenabbau verhindert.

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Ein von Osteoporose gezeichneter Knochen (rechts) im Vergleich zu gesundem Knochen.

Ein von Osteoporose gezeichneter Knochen (rechts) im Vergleich zu gesundem Knochen.

© bilderzwerg / fotolia.com

DRESDEN. Professor Lorenz Hofbauer, Direktor des UniversitätsCentrums für Gesundes Altern (UCGA) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, hat gemeinsam mit weiteren Medizinern aus acht Nationen eine Phase-III-Studie (FRAME) erfolgreich abgeschlossen.

Dabei wurde das Medikament Romosozumab zur Verhinderung von Knochenbrüchen bei Frauen, die nach den Wechseljahren unter Osteoporose leiden, getestet, teilt das Universitätsklinikum in Dresden mit. Eine Behandlung mit Romosozumab reduzierte das Risiko für Knochenbrüche um bis zu 73 Prozent (NEJM 2016; online 18. September).

Jede dritte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens eine Osteoporose. Knochenbrüche – vor allem an der Wirbelsäule, der Hüfte oder den Gliedmaßen – sind häufige Folge und führen zu starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen der Mobilität.

Ein Drittel aller Patienten überlebt das erste Jahr nach einer Hüft-nahen Fraktur nicht, heißt es in der Mitteilung. Ein neues Medikament des US-amerikanischen Unternehmens Amgen, das diese Knochenbrüche bei Osteoporose verhindern soll, wurde nun in einer klinischen Studie getestet.

Studie mit insgesamt 7180 Frauen

An der FRAME-Studie hatten insgesamt 7180 Frauen mit postmenopausaler Osteoporose teilgenommen. Die Medizinische Klinik III des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus war eines der beteiligten Studienzentren der multizentrisch angelegten Phase-III-Studie.

Phase-III-Studien sind klinische Studien, bei denen das Arzneimittel an einem größeren Patientenkollektiv erprobt wird, um zu sehen, ob sich die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit auch bei vielen unterschiedlichen Patienten bestätigen lassen, erinnert die Uniklinik in Dresden.

Die Hälfte der Studienteilnehmerinnen erhielten zunächst zwölf Monate Romosozumab, welches unter die Haut injiziert wird, die andere Hälfte ein Placebo-Präparat. Beide Gruppen wurden anschließend für weitere zwölf Monate mit dem bereits zugelassenen Osteoporosemedikament Denosumab behandelt.

Ergebnisse nach einem Jahr

Bereits nach den ersten zwölf Monaten der Behandlung konnte ein um 73 Prozent reduziertes Risiko für neue Knochenbrüche bei den mit Romosozumab behandelten Patientinnen im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden – bei insgesamt sehr guter Verträglichkeit und Sicherheit. Diese Ergebnisse konnten nach dem weiteren Jahr Behandlung mit Denosumab bestätigt werden.

Die erfolgreich verlaufene Phase-III-Studie bildet jetzt die Grundlage für den weiteren Zulassungsprozess des Medikaments, so die Mitteilung der Universität.

"Mobilität im Alter zu erhalten ist eines der Hauptziele unseres vor kurzem gegründeten UniversitätsCentrums für Gesundes Altern. Mit dem neuen Medikament können wir dieser Vision für viele Patientinnen näher kommen", würdigt Professor Hofbauer die Bedeutung der Ergebnisse für die Dresdner Hochschulmedizin.

Antikörper bindet Protein Sklerostin

Romosozumab ist ein Antikörper, der an das von Osteozyten gebildete Protein Sklerostin bindet und dieses somit hemmt. Dadurch wirkt Romosozumab sowohl förderlich auf den Knochenaufbau und verhindert gleichzeitig den Knochenabbau.

Die Wirkungen von Sklerostin und Romosozumab wurden ebenfalls im Bone Lab von Professor Hofbauer in den letzten Jahren intensiv untersucht und vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden gefördert. Damit stellt Romosozumab ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Translation von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die Klinik dar. (eb)

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