Obstruktive Schlafapnoe

"Schnarch-Op" hilft

Zwar ist die CPAP bei der Therapie von obstruktiver Schlafapnoe der Goldstandard. Allerdings hat eine Metaanalyse ergeben, dass auch die "Schnarch-Op", bei der das Gaumensegel gestrafft und das Zäpfchen gekürzt werden, bei einigen Patienten eine effektive Behandlungsoption ist.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:
Eine Op kann bei obstruktiver Schlafapnoe helfen.

Eine Op kann bei obstruktiver Schlafapnoe helfen.

© fotolia.com

NEW BRUNSWICK. Die sogenannte "Schnarch-Op", bei der unter anderem das Gaumensegel gestrafft und das Zäpfchen gekürzt werden, ist bei geeigneten Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) durchaus erfolgversprechend, berichtet ein kanadisches Expertenteam (Laryngoscope 2017, online 12. Mai).

Zwar ist der Goldstandard bei obstruktiver Schlafapnoe die CPAP (Continuous Positive Airway Pressure). Hiermit lassen sich bei konsequenter Anwendung die kardiovaskulären Risiken der OSA deutlich senken. Aber bei Weitem nicht jeder Patient, dem man das Gerät verschreibt, schafft es, sich Nacht für Nacht die CPAP-Maske aufzusetzen und damit zu schlafen.

Als Alternative steht für Patienten mit schlechter Compliance ein operatives Verfahren zur Verfügung: Bei der 1981 erstmals beschriebenen Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) werden – gegebenenfalls nach Entfernung der Rachenmandel – störende Weichteile im Gaumen gerafft und gestutzt, mit dem Ziel, die Atemwege zu erweitern.

Solide Evidenz

Das Team um Brandon R. Rosvall vom "Horizon Health Network", einer staatlichen Gesundheitseinrichtung im kanadischen New Brunswick, hat nun fünf Studien neueren Datums ausgewertet, in der die Erfolge der UPPP untersucht wurden. Demnach gibt es solide Evidenz dafür, dass die Schnarch-Op ein effektives Behandlungsverfahren bei Patienten mit OSA darstellt. Wichtige Voraussetzung, so die Forscher, sei jedoch die Auswahl hierfür geeigneter Patienten mithilfe eines adäquaten Staging-Systems.

In der aktuellsten Metaanalyse zum Thema, 2016 publiziert, sollte herausgefunden werden, welche Faktoren für einen Therapieerfolg (definiert als über 50-prozentige Reduktion im Apnoe-Hypopnoe-Index, AHI) prädestinieren. Eingestuft wurden die Patienten mithilfe des Friedman-Systems. Dieses berücksichtigt neben dem BMI vor allem auch anatomische Parameter wie Gaumenposition und Tonsillengröße.

In den 15 ausgewerteten Studien mit insgesamt 1257 Patienten war die UPPP am erfolgreichsten bei Patienten im Friedman-Stadium I, mit um den Faktor 4,4 verbesserten Erfolgschancen im Vergleich zu einer nicht operierten Kontrollgruppe. Dagegen sprachen Patienten im Friedman-Stadium III signifikant schlechter an.

Kein Zusammenhang mit BMI

Die Schwere der Apnoe vor der Op beeinflusst den Therapieerfolg offenbar nicht. Dagegen kam es sehr stark auf den Abstand zwischen Unterkieferebene und Zungenbein an: Patienten mit erfolgreich verlaufener Op wiesen einen deutlich geringeren Abstand auf als Nonresponder. Ein höher gelegenes Zungenbein scheint also von Vorteil zu sein.

Überraschenderweise hing die Erfolgsrate in dieser Metaanalyse nicht mit dem BMI der Patienten zusammen. Rosvall und Kollegen warnen jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen. Viele Studien, so die Forscher, hätten Patienten mit hohen BMI-Werten (> 34 bzw. > 36 kg/m2) ausgeschlossen.

Von der Schnarch-Op scheinen die Patienten auch subjektiv zu profitieren: In einer randomisierten kontrollierten Studie von 2016 lag die Zufriedenheitsrate nach dem Eingriff bei 97 Prozent. Der AHI hatte sich dadurch signifikant um 54 Prozent verbessert (ohne Op um 12 Prozent). Wie Rosvall und Kollegen betonen, hatte die Intervention in dieser Studie auch eine deutliche Verbesserung der Tagesmüdigkeit zur Folge. Die Arbeit bestätigt die Ergebnisse einer RCT von 2013, in der sich der AHI innerhalb eines halben Jahres nach dem Eingriff von ursprünglich 53,3 auf 21,1 verbessert hatte. Die Prozedur war durchweg ohne ernste Komplikationen vonstattengegangen, berichten Rosvall und sein Team. Allerdings hatte man auch hier Adipöse mit einem BMI über 36 ausgeschlossen.

Letztlich empfehlen die Forscher die UPPP als Alternative zur CPAP, wobei die Patientenauswahl nach anatomischen Kriterien anstatt auf der Grundlage des Schweregrads erfolgen sollte. Niedrigere anatomische Stadien (nach Friedman) haben den Experten zufolge offenbar die besten Erfolgsaussichten.

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