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Schädel-Hirn-Trauma

Schnelle Operation kann lebensrettend sein

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MAGDEBURG. Menschen, die nach einer Kopfverletzung bewusstlos sind, sollten schnellstmöglich in ein Krankenhaus transportiert werden, wo eine Computertomografie zur Diagnose von Hirnblutungen und ein neurochirurgischer Bereitschaftsdienst ständig vorhanden sind. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Kompression oder Verletzung des Hirnstamms das Koma auslöst (Dtsch Arztebl Int 2017; 114(18): 313-320). Eine rechtzeitige Operation könne dann lebensrettend sein, wird Professor Raimund Firsching, Kongresspräsident der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) in einer Mitteilung anlässlich des Kongresses zitiert. Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 250.000 Menschen eine schwere Hirnverletzung, die 2750 von ihnen nicht überleben. "Das Schädel-Hirn-Trauma ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen bis zum frühen Erwachsenenalter", so Firsching in der Mitteilung weiter. Die Operation besteht ja in der Ausräumung eines Blutergusses oder in einer Öffnung des Schädeldachs. Diese Kraniektomie kann notwendig werden, wenn das Gehirn nach dem Schädel-Hirn-Trauma anschwellt. "Die Drucksteigerung schädigt dann die Hirnzellen", erläutert der Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg. "Der Knochendeckel wird aufbewahrt und später, wenn sich das Gehirn erholt hat, wieder eingesetzt."

Entscheidend ist ein schneller Transport in die Klinik. "Zwischen dem Unfall und dem CT sollten nicht mehr als eine Stunde liegen", forderte Firsching: "Hirnblutungen können sich schnell ausdehnen und das umliegende Hirngewebe schädigen, das im Schädel dem Druck nicht ausweichen kann." Bei einer Hirnschwellung versuchen die Ärzte zunächst, die Hirnschwellung mit Medikamenten zu behandeln. "Führt dies nicht zum Erfolg, sollte rasch eine Kraniektomie folgen", so Firsching.

Wie es zur Bewusstlosigkeit kommt, war lange Zeit unklar. Früher nahm man an, dass durch den Aufprall Nervenfasern zerreißen, die vom Hirnstamm zur Hirnrinde verlaufen. Die Kernspintomographie hat zu neuen Erkenntnissen geführt.

"Wir vermuten, dass die Bewusstlosigkeit Folge einer Funktionsstörung im Hirnstamm ist", berichtet Firsching. "Bei einer acht Tage anhaltenden Bewusstlosigkeit sind hier immer Veränderungen erkennbar". Die neue Erkenntnis sei für die Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas von großer Bedeutung.

"Wir achten heute mehr darauf, ob es im Bereich des Hirnstammes zu Einengungen kommt", so der Neurochirurg. "In diesem Fall entscheiden wir uns frühzeitig für eine Operation, um den Hirnstamm zu entlasten."

Wie lange die Bewusstlosigkeit anhält, können die Mediziner im Einzelfall nicht vorhersagen. Firsching: "Es gibt keine Untersuchung, die vorhersagen könnte, ob ein Patient in den nächsten Stunden aufwacht oder im Koma verbleibt." Sicher ist jedoch, dass sich mit der Dauer des Komas die Überlebenschancen der Patienten verschlechtern. Auch das Alter der Patienten spielt eine Rolle. Jüngere Patienten haben laut Firsching größere Chancen, sich von einem Schädel-Hirn-Trauma mit längerer Bewusstlosigkeit zu erholen.(eb)

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