Schulung verbessert Lebensqualität und Stoffwechseleinstellung

Das Schulungsprogramm Medias 2 ICT fördert das Selbstmanagement im Umgang mit der Insulintherapie. Die Patienten profitieren nach Studiendaten deutlich.

Veröffentlicht:
Bei Schulungen profitieren Diabetiker besonders von den praktischen Übungen. Darauf wird auch in dem Programm Medias 2 ICT großen Wert gelegt.

Bei Schulungen profitieren Diabetiker besonders von den praktischen Übungen. Darauf wird auch in dem Programm Medias 2 ICT großen Wert gelegt.

© AOK-Mediendienst

FRANKFURT/MAIN (hbr). Ein neues Schulungsprogramm für Typ-2-Diabetiker mit intensivierter Insulintherapie (ICT) verbesserte in der Evaluationsstudie HbA1c und Lebensqualität. Professor Norbert Hermanns vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Mergentheim stellte die ersten Ergebnisse vor.

Das vom Unternehmen Lilly unterstützte Programm Medias 2 ICT wurde in Bad Mergentheim entwickelt. Ziel ist, das Selbstmanagement der Patienten im Umgang mit Insulintherapie und der Krankheit zu fördern und ihre Lebensqualität zu erhalten. Dementsprechend zählen zu den Inhalten außer blutzuckerbezogenen Aspekten zum Beispiel auch Therapiemotivation und Folgekrankheiten. Es werden also auch für Typ-2-Diabetiker typische Risikofaktoren wie Hypertonie, Lipidwerte und Rauchen besprochen. Nach Erfahrung von Susanne Teichert, Diabetesberaterin in Hamburg, profitieren die Patienten auch von den vielen praktischen Übungen - dadurch können sie das theoretische Wissen direkt auf die erlebte Realität übertragen.

Getestet wurde das Programm unter Alltagsbedingungen in 18 Praxen. Teilnehmer waren 94 Typ-2-Diabetiker im Alter unter 75 Jahren, für die eine ICT mit Basal- und Bolusinsulin indiziert war. Die Probanden hatten eine durchschnittliche Diabetesdauer von 14 Jahren und im Mittel 1,2 Diabeteskomplikationen. Registriert wurden vor allem Polyneuropathie, Nephropathie, KHK und diabetische Retinopathie bei jeweils 14 bis 21 Prozent der Teilnehmer. Die Lebensqualität war deutlich reduziert. Obwohl fast alle Teilnehmer bereits Insulin erhielten, war ihr HbA1c-Wert mit 8,5 Prozent deutlich zu hoch.

"Um solche Patienten muss man sich einfach kümmern", sagte Hermanns bei einer Veranstaltung von Lilly in Frankfurt am Main. Die Schulung führte nach sechs Monaten zu einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes um 0,64 Prozent - trotz der bereits intensiven Vorbehandlung. Gleichzeitig verbesserten sich die körperliche Funktionsfähigkeit und damit die Lebensqualität. Diabetesbezogene Probleme, etwa das Gefühl der Belastung durch Folgeschäden, nahmen ab.

Mehr zum Thema

Britische Registeranalyse

Bessere Prognose bei seltener als bei üblicher Nierenerkrankung

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Frau mit Neugeborenem

© IdeaBug, Inc. / stock.adobe.com

Fäkaler Mikrobiom-Transplantation als Option

Wie und wo Kinder geboren werden hat einen Effekt auf ihr Mikrobiom

Dr. Michael Noetel von der Universität Queensland in St. Lucia und sein Team resümieren, dass Sport eine wirksame Behandlung für Depressionen ist, wobei Gehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining besser wirken als andere Aktivitäten, insbesondere wenn sie intensiv sind.

© ivanko80 / stock.adobe.com

Metaanalyse

Diese Sportarten können Depressionen lindern