Direkt zum Inhaltsbereich

USA: Saisonale plus Pandemie-Impfung für Schwangere / Forscher kritisiert WHO und Gesundheitsbehörden

ATLANTA (hub). Die Situation bei Schwangeren macht die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) besonders besorgt. Bei ihnen gibt es lebensbedrohende und tödlich verlaufende Erkrankungen durch das neue H1N1-Virus.

"Schwangere Frauen, die Influenza-Symptome zeigen, fordern wir eindringlich auf, medizinische Hilfe anzufordern", so Dr. Anne Schuchat von den CDC. Bei Fieber und Husten sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. "Ich weiß, dass viele Frauen während einer Schwangerschaft nichts einnehmen möchten", so Schuchat bei einer telefonischen Pressekonferenz ihrer Behörde. "Wir denken aber, die frühe Einnahme antiviraler Medikamente ist für diese Frauen wirklich wichtig."

Die CDC hatten bereits Mitte Mai geraten, Schwangeren mit Schweinegrippe Neuraminidasehemmer zu verordnen (wir berichteten). Auch die EU-Arzneibehörde EMEA hatte empfohlen, die Indikation für die beiden Neuraminidasehemmer (RelenzaTM und Tamiflu®)auf Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter einem Jahr zu erweitern (wir berichteten).

Schuchat hat auch darauf hingewiesen, dass Schwangere den Pandemie-Impfstoff erhalten sollen, wenn er verfügbar ist. "Ich bitte dringend darum, dass sie auch gegen die saisonale Influenza geimpft werden." Dass Menschen mit hohen Risiken - wie Schwangere - beide Impfungen erhalten, sei der richtige Weg.

Kritik an WHO und Gesundheitsbehörden hat Dr. Tom Jefferson in "Der Spiegel" geäußert. Jefferson wertet für die Cochrane Collaboration Studien zum Thema Influenza aus. Einer seiner Kritikpunkte: Erst durch Änderung der PandemieDefinition durch die WHO sei die Schweinegrippe zur Pandemie geworden. Zudem würden Influenzaviren überschätzt, es gebe auch andere wichtige Erreger, wie etwa Rhinoviren. Damit lasse sich aber kein großes Geld verdienen und keine Karriere machen, so Jefferson in dem Spiegel-Interview. Gegen Influenza-Viren gebe es Impfstoffe und Arzneien. "Da steckt das Geld der Pharmaindustrie dahinter!" Und: Einen Grund für die Grippe-Impfung sieht Jefferson nicht.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ist die Pandemie ein Hirngespinst?

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Impfschutz erleichtern

In Thüringen jetzt Schutzimpfung im Gesundheitsamt möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram

Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an