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Nebenwirkungen

Schwere Impfreaktionen wiederholen sich wohl nur selten

Bei Patienten mit schwerer Impfreaktion tritt die Nebenwirkung bei erneuter Impfung mit der Vakzine offenbar nur selten wieder auf, so eine Analyse. Aber: Nach schwerer Reaktion wird ein Impfstoff auch nur selten erneut eingesetzt.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Gemischte Gefühle: Angst vor einer Impfung ist nur sehr selten begründet.

Gemischte Gefühle: Angst vor einer Impfung ist nur sehr selten begründet.

© Dron / Fotolia

QUEBEC. Schwere Impfreaktionen wie zum Beispiel die hypotone hyporesponsive Episode wiederholen sich nur sehr selten bei einer Reimmunisierung. In einer systematischen Auswertung von 29 Studien lag die Rate bei maximal 0,8 Prozent, berichten kanadische Impfexperten um Dr. Joseline Guetsop Zafack von der Laval University in Quebec.

Bisher gibt es nur wenige Daten über die Häufigkeit und den Verlauf von Nebenwirkungen, die sich nach einer Reimmunisierung wiederholen. Die Forscher haben daher aus einem Pool von fast 4000 Publikationen solche Studien ausgewählt, in denen nach Applikation einer erneuten Impfdosis die gleichen Nebenwirkungen wie bei einer vorangegangenen Impfung dokumentiert worden waren (Pediatrics 2017, 140: e20163707). An knapp zwei Dritteln der Studien (n=18) nahmen nur Kinder im Alter unter 18 Jahre teil.

Der Fokus der Untersuchung lag unter anderem auf der hypotonen hyporesponsiven Episode (HHE) sowie auf Anaphylaxie, Krampfanfall, Apnoe, Fieber und Reaktionen an der Einstichstelle. Die Publikationen stammten aus der Zeit von 1982 bis 2016. Mit 27 Studien waren fast alle Beobachtungsstudien (93 Prozent).

Hypotone hyporesponsive Episode

Besonders gefürchtet als Impfreaktion sind HHE, kollapsähnliche Reaktionen bei Säuglingen und Kleinkindern, die nach Angaben der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin durch plötzliches Auftreten einer erniedrigten Muskelspannung, reduzierte Ansprechbarkeit und Reaktion auf Reize (hyporesponsiv) sowie bläuliche Hautfärbung oder Blässe charakterisiert sind. Meist dauert diese Reaktion zwischen sechs und 30 Minuten, manchmal auch mehrere Tage. Das Risiko für das erneute Auftreten dieser Nebenwirkung wurde in insgesamt sechs Studien untersucht.

Wie Zafack und ihre Kollegen berichten, trat eine HHE nur bei drei von fast 400 Kindern auf (0,8 Prozent). Und in den vier Studien, in denen das Risiko im Zusammenhang mit einer DTaP- oder einer DTwP-Impfung stand, kam es nur bei einem von 306 reimmunisierten Kindern (0,3 Prozent) zu einer HHE. Der Pertussis-Ganzkeimimpfstoff (wP) wird in Deutschland wegen der dokumentierten erhöhten Rate an schweren Impfreaktionen nicht mehr empfohlen.

Mit einer Rate von weniger als einem Prozent traten auch andere schwere Nebenwirkungen wie Anaphylaxie, Krampfanfälle und Apnoe bei termingerecht geborenen Kindern sehr selten auf.

Häufiger waren dagegen leichtere bis moderate Nebenwirkungen wie Fieber, ausgedehnte Schwellung einer Extremität, okulorespiratorisches Syndrom, allergieähnliche Reaktionen sowie Schlaflosigkeit, Thrombozytopenie, verringerter Appetit, Erbrechen und permanentes Schreien. Die Rate reichte von vier bis 48 Prozent. Hohes Fieber (über 39/40 °C) trat nie erneut auf. Die Symptome insgesamt seien beim erneuten Auftreten schwächer oder höchstens gleich stark ausgeprägt gewesen wie nach der ersten Impfung, so die Ärzte.

Kein abschließendes Urteil möglich

Zafack und Kollegen weisen darauf hin, dass nur zwei der Studien ein randomisiert-kontrolliertes Design hatten. Zudem hätten etwa die Definitionen der Nebenwirkungen, das Studiendesign und die Impfstoffe zwischen den Studien stark variiert, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse begrenze. Schließlich könnte das Risiko für ein erneutes Auftreten schwerer Nebenwirkungen unterschätzt werden, weil nach einer ersten schweren Impfnebenwirkung selten erneut mit demselben Impfstoff geimpft werde. Für eine abschließende Beurteilung reichten die Daten dieser Studie daher nicht aus. (Mitarbeit: eis)

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- Infomaterial zum schmerz- und stressfreien Impfen hat die STIKO zusammengestellt.

- Praxisplakat und Merkblatt für Ärzte können beim RKI abgerufen werden.

Bezug der Materialien unter www.rki.de/stressfrei-impfen

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