Weltweiter HAE-Tag

Screening für Angehörige von HAE-Patienten

Eine neue Initiative wendet sich an Patienten, die unter der seltenen Erbkrankheit Hereditäres Angioödem (HAE) leiden.

Veröffentlicht:

FRANKFURT / MAIN. Die Aktion "Familien-Screening kann Leben retten" soll Patienten mit HAE dazu motivieren, ihre direkten Angehörigen zur diagnostischen Abklärung auf HAE zu bewegen. Die Initiative wird aus Anlass des weltweiten HAE-Tages am 16. Mai vom Unternehmen CSL Behring gemeinsam mit der HAE-Vereinigung e. V. gestartet.

"Direkte Angehörige von HAE-Patienten sollten sich unbedingt untersuchen lassen", betont Professor Konrad Bork vom HAE-Zentrum Mainz in einer Mitteilung des Unternehmens. "Bereits die erste Attacke kann lebensbedrohlich sein, und nur wer weiß, dass er an HAE leidet, kann richtig behandelt werden", so Bork.

HAE wird autosomal-dominant vererbt, es werden bei der Vererbung also keine Generationen "übersprungen". Die Erkrankung kann jedoch nicht nur intra-, sondern auch interindividuell sehr unterschiedlich verlaufen. So treten beispielsweise die ersten Symptome meistens bereits im Kindesalter auf, aber es gibt auch Fälle, bei denen sich die erste Attacke erst im fortgeschrittenen Lebensalter manifestiert.

Manche Patienten leiden zudem unter schweren oder unter sehr häufigen Attacken, bei anderen wiederum verläuft die Erkrankung nahezu symptomfrei. Selbst Zwillinge mit der gleichen Genmutation können klinisch sehr unterschiedlich betroffen sein.Hinzu kommt, dass sich die Schwellungen an den unterschiedlichsten Stellen der Haut und Schleimhäute manifestieren können. Deshalb ist oft nicht auf Anhieb erkennbar, dass es sich um dasselbe Krankheitsbild handelt.

Die Gefahr, dass die Erkrankung bei Angehörigen übersehen wird, ist daher groß. Dies gilt umso mehr als HAE eine sehr seltene Erkrankung ist, an die selbst Ärzte bei der Differentialdiagnostik von Schwellungen unklarer Ursache nicht immer sofort denken.

"Wir wissen ferner, dass viele Angehörige von Patienten die Tatsache, ebenfalls an HAE leiden zu können, ignorieren, nur weil sie bislang symptomfrei sind. Das kann ein gefährlicher Trugschluss sein", so Lucia Schauf von der HAE Vereinigung e.V. in der Mitteilung.

Ziel der Aktion "Familien-Screening kann Leben retten" ist daher, Betroffenen vor Augen zu führen, dass sie alle - auch entfernte - Familienangehörige ansprechen und ihnen raten sollten, sich auf HAE untersuchen zu lassen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen-Risiko-Vergleich

Antikoagulation nach VTE: Länger könnte besser sein

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?