Bauchaorten-Aneurysma

Screening nützt nur Männern

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KÖLN. Für ein einmaliges Screening auf Bauchaorten-Aneurysmen (BAA) mittels Ultraschall gibt es für vier patientenrelevante Endpunkte Belege für einen Nutzen bei Männern, nicht jedoch bei Frauen. Das teilt das IQWiG in seinem Vorbericht zur Bewertung dieser Screeningmethode mit.

Bis zum 9. Januar 2015 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.Bei den vier Endpunkten handelt es sich um: Gesamtsterblichkeit, BAA-bedingte Sterblichkeit, Ruptur-Häufigkeit und Notfalloperationen.

Die Daten zeigen auch, dass die Zahl der elektiven Eingriffe mit dem Screening steigt. Was die gesundheitsbezogene Lebensqualität und psychosoziale Aspekte des Screenings angeht, könne das Institut keine Aussagen treffen.

Denn zu diesen Aspekten seien die verfügbaren Daten nicht verwendbar gewesen oder sie hätten ganz gefehlt.In seiner Bewertung berücksichtigte das IQWiG vier randomisierte kontrollierte Studien (zwei aus Großbritannien sowie je eine aus Dänemark und aus Australien).

Nicht eins zu eins auf Situation in Deutschland übertragbar

Drei bezogen nur Männer ab 65 Jahren ein, eine auch Frauen, wobei ihr Anteil nur 6,8 Prozent der Studienpopulation ausmachte.Nach den vorliegenden Daten gehöre ein Screening auf BAA bei Männern zu den ganz wenigen Methoden der Früherkennung, für die ein Effekt auf die Mortalität nachgewiesen ist, teilt das IQWiG mit.

Die Ergebnisse dieser Nutzenbewertung ließen es also sinnvoll erscheinen, für Männer ab 65 Jahren ein einmaliges Screening einzuführen.

Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrem Gutachten aber zu bedenken geben, gibt es Hinweise, dass diese Ergebnisse nicht eins zu eins auf die aktuelle Situation in Deutschland übertragbar sind.

"Denn zum einen legen aktuelle Daten für mehrere Länder Europas nahe, dass die Häufigkeit (Inzidenz und Prävalenz) von BAA in den vergangenen 10 bis 20 Jahren gesunken ist. Das erscheint insofern plausibel, als ein maßgeblicher Risikofaktor, der Zigarettenkonsum, zurückgegangen ist. Dann aber wäre der Nutzen womöglich geringer, als er in den von ihnen einbezogenen Studien zu beobachten war. Das heißt, es müssten heute mehr Männer gescreent werden, um einen Todesfall zu vermeiden", schreibt das IQWiG.

Zum anderen zeigten aktuelle Quellen, unter anderem Registerdaten aus England, dass sich das Alter, in dem ein BAA auftritt, nach oben verschoben hat. Treffe dies zu, würden bei älteren Männern größere Effekte erzielt. Zudem wären 65 Jahre nicht mehr das am besten geeignete Alter für ein Screening. (eb)

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