Bronchial-Karzinom

Selen schützt nicht vor Lungenkrebs

Selen, ein Stoff gegen Krebs? Wohl kaum: Zumindes bei Lungenkrebs konnte ein krebsschützender Effekt in einer Studie nicht belegt werden. Bei Rauchern gab es sogar gegenteilige Ergebnisse.

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Nummer 34: Das Spurenelement beugt Lungenkrebs nicht vor.

Nummer 34: Das Spurenelement beugt Lungenkrebs nicht vor.

© www.fzd.it / fotolia.com

KOPENHAGEN (eis). Dem Spurenelement Selen werden antikarzinogene Eigenschaften zugeschrieben.

Männer mit hohen Serumspiegeln sterben einer Studie aus Dänemark zufolge jedoch nicht seltener an Lungenkrebs als Männer mit niedrigen Selenspiegeln.

Bei starken Rauchern scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein. An der Studie nahmen 3333 Männer im Alter von 53 bis 74 Jahren teil (ERJ 2011; online 27. Oktober).

Zahl der Todesfälle ähnlich

965 Männer hatten niedrige Selen-Serumspiegel (0,4-1,0 µmol/l), 1141 mittlere (1,1,-1,2 µmol/l) und 1227 hohe (1,3-3,0 µmol/l).

Binnen 16 Jahren starben 167 der Teilnehmer an Lungenkrebs. Der Anteil dieser Todesfälle war in allen drei Gruppen ähnlich (5,0 bis 5,1 Prozent).

Auch wenn Risikofaktoren für Lungenkrebs einbezogen wurden (Alter, Rauchen, Alkoholkonsum, COPD) hatten Männer mit hohen Selen-Spiegeln kein geringeres Sterberisiko durch Lungenkrebs.

Höheres Risiko bei starken Rauchern

Tendenziell war diese Todesursache bei ihnen sogar häufiger als in der Gruppe mit niedrigen Selenwerten (HR 1,43).

Starke Raucher, charakterisiert durch hohe Cotinin-Serumspiegel, hatten sogar ein signifikant erhöhtes Risiko für Tod durch Lungenkrebs, wenn sie hohe Selen-Serumwerte aufwiesen (HR 2,26 im Vergleich zu niedrigen Selenwerten).

Die bei starken Rauchern gemachte Beobachtung sei "überraschend", so die Studienautoren. Eine plausible Erklärung dafür habe man nicht.

Forscher hatten den Effekt nicht erwartet

Selen ist nämlich ein Bestandteil der Glutathion-Peroxidase, die freie Radikale innerhalb der Zelle inaktiviert.

"Theoretisch sollte sie daher krebsprotektiv wirken bei Rauchern, die ihre Lunge heftigem oxidativem Stress aussetzen", so die Forscher.

Sie sehen eine mögliche Parallele zu einer Krebspräventionsstudie mit ähnlich unerwartetem Ausgang: Hier hatten Raucher, die das Antioxidans Beta-Carotin (Provitamin A) in der höchsten Dosis schluckten, auch das höchste Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

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