Ernährungsmedizin

Serum-Magnesium ist nicht aussagekräftig!

Bei Schwangeren einen Magnesium-Mangel zu objektivieren, ist nicht ganz einfach. Daher sollte man sich in der täglichen Praxis am besten an klinischen Symptomen orientieren, raten Experten.

Von Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht: 13.05.2011, 05:00 Uhr
Serum-Magnesium ist nicht aussagekräftig!

Mangelt's an Magnesium? Klinische Symptome sind am aussagekräftigsten.

© PeJo / fotolia.com

NEU-ISENBURG. In der Schwangerschaft geht man wegen des Wachstums des Fötus im Uterus von einem erhöhten Magnesium-Bedarf der Frauen aus. Einen Magnesium-Mangel zu objektivieren, ist jedoch nicht ganz einfach.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigen schwangere Frauen pro Tag eine Zufuhr von 310 mg Magnesium pro Tag, unter 19-jährige Schwangere 350 mg und stillende Mütter 390 mg pro Tag. Zum Vergleich: Die gesunde erwachsene Frau soll etwa 300 mg täglich aufnehmen.

Ob im Einzelfall bei Schwangeren ein Magnesium-Mangel vorliegt, kann durch Bestimmung des Serumspiegels, der im Normalfall zwischen 0,8 und 1,1 mmol/l (1,95 bis 2,68 mg/dl) liegen sollte, letztlich nicht sicher geklärt werden.

Denn 95 Prozent des Minerals befinden sich intrazellulär. Normalwerte schließen also einen intrazellulären Mangel nicht aus. Hinzu kommt, dass in der Schwangerschaft das Plasmavolumen zunimmt und damit ein physiologischer Verdünnungseffekt bei allen Parametern entsteht, die im Plasma bestimmt werden. Und schließlich kann der Magnesium-Bedarf auch genetisch bedingt individuell verschieden sein.

Daher orientiert man sich in der Praxis an klinischen Symptomen wie Obstipation, nächtlichen Wadenkrämpfen oder Muskelzuckungen in anderen Körperregionen. Auch vermehrte Kopfschmerzen, Schlafstörungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit können auf einen Magnesium-Mangel hindeuten.

Mit dem Magnesiumretentionstest ist es prinzipiell möglich, einen chronischen Mangel zu sichern. Dazu wird die Magnesium-Konzentration im 24-Stunden-Sammelurin bestimmt und mit jener Konzentration nach einer intravenösen Magnesium-Belastung verglichen.

Werden dabei weniger als 60 Prozent des infundierten Magnesiums ausgeschieden, spricht dies für einen Mangelzustand.

Physiologische Funktionen des Magnesiums

  • Mg ist essenziell für den ATP-abhängigen Energiestoffwechsel und Kofaktor von mehr als 300 Enzymen.
  • Mg ökonomisiert die Pumpfunktion des Herzens und ist ein Vasodilatator.
  • Mg stabilisiert Mastzellen.
  • Mg hemmt die Thrombozytenaggregation.
  • Mg stabilisiert die Zellmembran und beeinflusst damit unter anderem Muskelkontraktionen.
  • Mg ist Bestandteil der Knochenmatrix.
  • Mg hemmt die präsynaptische Acetylcholin-Freisetzung.
  • Mg ist beteiligt am Hormonstoffwechsel und der Nukleinsäuresynthese.
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