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Sklerodermie: Neue Konzepte für die Lunge gesucht

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Eine Lungenbeteiligung ist bei Sklerodermie fast die Regel. Therapien sind Mangelware. Antikörper könnten in Zukunft das problematische Cyclophosphamid ablösen.

Von Philipp Grätzel von Grätz

WIESBADEN. Professor Martin Fleck von der Asklepios-Klinik in Bad Abbach präsentierte Daten aus dem Deutschen Netzwerk für Systemische Sklerose (DNSS). Sie zeigen, wie häufig Lungenerkrankungen bei Patienten mit Sklerodermie auftreten.

So finde sich bei mehr als der Hälfte der Patienten mit der diffusen Verlaufsform der Erkrankung eine interstitielle Lungenfibrose. Und knapp jeder vierte hat eine pulmonale Hypertonie. "Auch bei der limitierten Verlaufsform ist eine Lungenbeteiligung beschrieben. Das ist aber selten", so der Experte.

Pathophysiologisch beruhe die interstitielle Lungenerkrankung bei der Sklerodermie auf einer direkten Schädigung von Gefäß- und Alveolarendothelien durch Entzündungsmediatoren sowie auf der Aktivierung von Fibroblasten im Rahmen der Entzündungskaskade. Entsprechend werden immunsuppressive und zytotoxische Substanzen eingesetzt.

Effekt von Cyclophosphamid ist begrenzt - Alternativen dringend gesucht

"Der Standard ist derzeit Cyclophosphamid (CP). Wir setzen das auch ein, aber der Effekt ist begrenzt", so Fleck. Die Empfehlung beruht im Wesentlichen auf einer Studie aus dem Jahr 2006, in der die Substanz bei 148 Patienten oral appliziert und mit Placebo verglichen wurde.

Nach einem Jahr hatte sich die forcierte Vitalkapazität bei etwa der Hälfte der Patienten verbessert. In der Placebogruppe war das nur bei jedem vierten Patienten der Fall.

Weil dieser Effekt nicht beeindruckend und CP zudem relativ toxisch ist, werden Alternativen händeringend gesucht. Für interessant hält Fleck vor allem den B-Zell-Antikörper Rituximab.

Vor wenigen Monaten wurde eine Fallserie mit 13 Patienten mit systemischer Sklerose publiziert, von denen acht eine Lungenbeteiligung hatten. Über 24 Monate verbesserte sich die Lungenfunktion unter Rituximab-Therapie um im Mittel 10 bis 20 Prozent, und auch die Hautsymptome gingen zurück. "Als Konsequenz aus diesen Daten ist jetzt eine randomisierte, placebokontrollierte Studie geplant", so Fleck.

Wird Tocilizumab eine Option?

Eine andere potenziell interessante Therapieoption aus dem Feld der Biologicals ist der Interleukin 6-Rezeptor-Antikörper Tocilizumab. Hierzu gebe es bisher aber nur wenige Daten, ähnlich wie für die gelegentlich eingesetzten Substanzen Mycophenolat Mofetil und Azathioprin.

Weil Studiendaten fehlen, gelten bis auf Weiteres Konsensusempfehlungen als Richtschnur für die Praxis. In der aktuellsten dieser Konsensusempfehlungen stehen derzeit noch Cyclophosphamid als i.v.-Bolus-Therapie bei der Induktion und Mycophenolat Mofetil in der Erhaltungstherapie an Position eins, so Fleck.

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