Direkt zum Inhaltsbereich

Vorhofflimmern

Sport in Maßen schützt

Regelmäßige, aber mäßige körperliche Betätigung senkt das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln. Das gilt im Vergleich zu Nichtstun, aber auch verglichen mit stärker belastenden Leibesübungen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Mäßige Anstrengung wie Fahrradfahren reduziert das Risiko von Vorhofflimmern, bei höherer Belastung dagegen steigt es tendenziell.

Mäßige Anstrengung wie Fahrradfahren reduziert das Risiko von Vorhofflimmern, bei höherer Belastung dagegen steigt es tendenziell.

© warrengoldswain / iStock.com

TROMS¥/NORWEGEN. Für ihre Studie zum Zusammenhang von sportlicher Aktivität und Vorhofflimmern (VHF) analysierten Dr. Bente Morseth von der Universität Troms¢ und ihre Kollegen die Daten von über 20.000 Probanden, die an der dritten Runde der prospektiven Troms¢-Studie beteiligt gewesen waren (Eur Heart J 2016, online 10. März).

Dabei handelte es sich je zur Hälfte um Frauen und Männer, die 1986 und 1987 für die Untersuchung gewonnen und bis 2010 oder bis zum Auftreten von Vorhofflimmern nachverfolgt worden waren.

Bei 750 Studienteilnehmern trat VHF auf - paroxysmal, persistent oder permanent. Mehr als 70 Prozent davon waren Männer. Probanden, die sich körperlich mäßig anstrengten, hatten ein 19 Prozent niedrigeres Risiko.

Als mäßiger Sport galt Gehen, Radfahren und Ähnliches in einer Dauer von wöchentlich mindestens vier Stunden. Die Vergleichsgruppe bestand aus Sitzsportlern, zum Beispiel Lesern und Fernsehzuschauern.

Bei höherer Belastung bis hin zum Wettkampfsport stieg die VHF-Gefahr wieder - tendenziell, aber nicht signifikant über das Risiko der Nichtstuer hinaus. Der Zusammenhang zwischen Sport und VHF ließ sich in einer J-Kurve abbilden.

Wegen der notorisch unzuverlässigen Angaben zum Freizeitsport stellten die Wissenschaftler das VHF-Risiko der Ruheherzfrequenz gegenüber, die im Allgemeinen mit der körperlichen Aktivität und der Fitness invers korreliert.

Wie sich zeigte, ging eine niedrigere Ruhefrequenz mit einem höheren VHF-Risiko einher. Umgekehrt bedeutete ein Anstieg der Ruhefrequenz um 10 Schläge pro Minute eine Minderung des VHF-Risikos um 8 Prozent.

Signifikant wurde der Unterschied bei Frequenzen über 60/Minute verglichen mit Ruhefrequenzen von unter 50/Minute. Bei Frauen wurde der Effekt allerdings erst später statistisch signifikant, nämlich ab Ruhefrequenzen von 90/Minute.

"Unsere Ergebnisse unterstüzen die Hypothese, dass körperliche Aktivität über zwei widerstreitende Mechanismen mit dem VHF-Risiko verbunden ist", schreiben Morseth und Kollegen in ihrem Resümee.

Einerseits schütze mäßige Betätigung ein sinkendes kardiovaskuläres Risiko; andererseits erhöhe stärkere Belastung die Gefahr über kardiale Anpassung und niedrige Ruheherzfrequenz. "Wir empfehlen, die Beziehung zwischen Sport und VHF weiter zu erforschen", so die Wissenschaftler, "und zwar bevorzugt unter Einbezug objektiver Messungen der körperlichen Aktivität."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationsmanagement

Typ-2-Diabetes macht besonderen Schutz für Niere und Herz erforderlich

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Lesetipps
Etwa jede zehnte Fledermaus in Deutschland könne mit dem Tollwut-Virus infiziert sein. Damit ist die gefahr der Übertragung zwar gering, jedoch nicht null. In die Hand nehmen sollte man sie deshalb nicht.

© Daria / Stock.adobe.com

Importhunde und Fledermäuse

Tollwut-Risiken in Deutschland – und wie sie sich vermeiden lassen

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie