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Starke Cholesterinsenkung zahlt sich klinisch aus

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Empfohlener Zielwert für die Lipidsenkung bei Risikopatienten mit manifester Koronarerkrankung ist gemäß den aktuellen Leitlinien ein LDL-Cholesterinspiegel von 100 mg / dl. Jedoch ist durch eine noch tiefere Senkung des Serumcholesterins weit unter diese Zielgrenze auch eine noch stärkere Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse erreichbar.

Das belegen Ergebnisse einer neuen Metaanalyse, die gepoolte Daten aus vier großen Einzelstudien zur Grundlage hatte. In allen vier Studien (PROVE-IT, AtoZ, TNT, IDEAL) ist eine intensive mit einer moderaten, den Standard repräsentierenden Lipidsenkung verglichen worden. Ausgangshypothese war, daß eine Senkung auf noch niedrigere als die derzeit empfohlenen Cholesterinwerte von zusätzlichem klinischen Nutzen sein würde ("the lower, the better").

Starke Senkung mit moderaterer Standardtherapie verglichen

Gemessen am primären Studienendpunkt konnte in zwei Studien ein signifikanter Zusatznutzen und in zwei ein positiver Trend zugunsten der intensiven Lipidsenkung nachgewiesen werden. In drei der vier Studien ist Atorvastatin in der 80-mg-Dosierung (starke Cholesterinsenkung) mit einer Standardtherapie (moderate Lipidsenkung mit 10 mg Atorvastatin, 40 mg Pravastatin oder 20 - 40 mg Simvastatin) verglichen worden.

So wurde in der PROVE-IT-Studie bei 4162 KHK-Patienten wenige Tage nach einem akuten Koronarsyndrom (Myokardinfarkt oder instabile Angina pectoris) zusätzlich zur Standardmedikation eine Behandlung mit 80 mg Atorvastatin oder 40 mg Pravastatin begonnen.

Am Ende der zweijährigen Beobachtungszeit war die Rate kardiovaskulärer Ereignisse in der Gruppe mit starker Lipidsenkung (erreichter LDL-Wert: 62 mg / dl) signifikant um 16 Prozent niedriger als in der Gruppe mit moderat gesenktem Cholesterin (erreichter LDL-Wert: 95 mg / dl). Auch in der TNT-Studie zeigte sich - diesmal bei Patienten mit stabiler KHK - ein signifikanter klinischer Zusatznutzen der intensiven Lipidtherapie mit Atorvastatin.

An den in der Metaanalyse berücksichtigten Studien waren insgesamt 27 548 KHK-Patienten mit akutem Koronarsyndrom oder stabiler Koronarerkrankung beteiligt, wie Professor Eugene Braunwald aus Boston berichtete. Ihr LDL-Cholesterin lag nach seinen Angaben zu Beginn im Schnitt bei 130 mg / dl.

Die konventionelle Lipidtherapie senkte diesen Wert im Schnitt auf 101 mg / dl und erreichte damit fast punktgenau den für die Behandlung von Hochrisiko-Patienten empfohlenen Zielwert. Die intensivere Lipidtherapie hatte im Vergleich dazu eine deutlich stärkere Reduktion auf einen LDL-Cholesterinwert von 75 mg / dl zur Folge.

Unterschied auch bei der Inzidenz der Herzinsuffizienz beobachtet

Dieser Unterschied im Lipidprofil schlug sich auf klinischer Ebene in einer deutlich unterschiedlichen Rate der kardiovaskulären Ereignisse nieder. Die Inzidenz von schwerwiegenden Koronarereignissen (KHK-Tod, Myokardinfarkt) war bei intensiver Lipidsenkung hochsignifikant um 16 Prozent niedriger als bei der relativ moderaten Standardtherapie (8,0 versus 9,4 Prozent). Für Schlaganfälle ergab sich nach Angaben Braunwalds eine signifikant um 18 Prozent stärkere Reduktion der Ereignisrate.

Und auch auf die Herzinsuffizienz wirkte sich die aggressivere Behandlung mit Statinen günstiger aus: In der Gruppe mit deutlich stärker gesenktem LDL-Cholesterin wurden Klinikeinweisungen wegen kardialer Pumpschwäche seltener beobachtet (Risikoreduktion: 27 Prozent). (ob)

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