Direkt zum Inhaltsbereich

Steckt ein "Anti-Aging"-Stoff im Meeresfisch?

SAN FRANCISCO (ob). In Meeresfisch enthaltene Omega-3-Fettsäuren wirken möglicherweise wie ein Jungbrunnen, der die biologische Zellalterung verlangsamt. US-Forscher glauben, in ihrer Studie jetzt einen potenziellen Mechanismus dieses zellulären "Anti-Agings" entschlüsselt zu haben.

Veröffentlicht:

Epidemiologische Studien liefern Anhaltspunkte dafür, dass sich eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren durch vermehrten Fischverzehr bei Patienten mit KHK günstig auf die Lebenserwartung auswirken kann. Auf welchen Wirkmechanismen beruht wohl diese protektive Wirkung, hat sich ein US-Forscherteam um Dr. Ramun Farzaneh-Far aus San Francisco gefragt.

Einige hypothetische Erklärungen hat die Wissenschaft bereits geliefert: Omega-3-Fettsäuren wie Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) senken Triglyzeride, sie wirken antiinflammatorisch und antiarrhythmisch und hemmen die Blutplättchen. Farzaneh-Far und sein Team haben jetzt einen weiteren potenziellen Mechanismus ins Visier genommen, und zwar auf chromosomaler Ebene: Veränderungen an Telomeren (JAMA 303, 2010, 250).

Die Länge der Telomeren ist mittlerweile zu einem beliebten Marker für das biologische Alter avanciert. Telomere sind die natürlichen Chromosomen-Enden, die als Strukturelemente der DNA für die Stabilität von Chromosomen von Bedeutung sind. Mit jeder Zellteilung werden Telomere kürzer. Wird eine kritische Telomerlänge unterschritten, kann es zum programmierten Zelltod (Apoptose) kommen oder ein Wachstumsstopp (Seneszenz) eintreten.

Die US-Forscher haben in ihrer Studie bei 608 Koronarpatienten im Abstand von fünf Jahren zweimal die Länge der Telomeren in Leukozyten bestimmt und die festgestellten Veränderungen dann in Beziehung zu den ebenfalls gemessenen Blutspiegeln der Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA gesetzt.

Ergebnis: DHA/EPA-Blutspiegel und Telomer-Verkürzung standen in inverser Beziehung zueinander: Bei Patienten mit den niedrigsten Spiegeln waren die Verkürzungen am stärksten, bei Patienten mit den höchsten Spiegel am geringsten ausgeprägt. Die Autoren werten dies als Indiz dafür, dass Omega-3-Fettsäuren einen gewissen Schutz gegen Zellalterung bieten könnten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Praxis Update 2026

Rheuma: Erst der Entzündungsnachweis, dann die Antikörper-Diagnostik

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Praxisinventar

So lassen sich Praxen ihre Therapieliege fördern

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?