Allgemeinmedizin

Steckt ein "Anti-Aging"-Stoff im Meeresfisch?

SAN FRANCISCO (ob). In Meeresfisch enthaltene Omega-3-Fettsäuren wirken möglicherweise wie ein Jungbrunnen, der die biologische Zellalterung verlangsamt. US-Forscher glauben, in ihrer Studie jetzt einen potenziellen Mechanismus dieses zellulären "Anti-Agings" entschlüsselt zu haben.

Veröffentlicht: 27.01.2010, 12:22 Uhr

Epidemiologische Studien liefern Anhaltspunkte dafür, dass sich eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren durch vermehrten Fischverzehr bei Patienten mit KHK günstig auf die Lebenserwartung auswirken kann. Auf welchen Wirkmechanismen beruht wohl diese protektive Wirkung, hat sich ein US-Forscherteam um Dr. Ramun Farzaneh-Far aus San Francisco gefragt.

Einige hypothetische Erklärungen hat die Wissenschaft bereits geliefert: Omega-3-Fettsäuren wie Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) senken Triglyzeride, sie wirken antiinflammatorisch und antiarrhythmisch und hemmen die Blutplättchen. Farzaneh-Far und sein Team haben jetzt einen weiteren potenziellen Mechanismus ins Visier genommen, und zwar auf chromosomaler Ebene: Veränderungen an Telomeren (JAMA 303, 2010, 250).

Die Länge der Telomeren ist mittlerweile zu einem beliebten Marker für das biologische Alter avanciert. Telomere sind die natürlichen Chromosomen-Enden, die als Strukturelemente der DNA für die Stabilität von Chromosomen von Bedeutung sind. Mit jeder Zellteilung werden Telomere kürzer. Wird eine kritische Telomerlänge unterschritten, kann es zum programmierten Zelltod (Apoptose) kommen oder ein Wachstumsstopp (Seneszenz) eintreten.

Die US-Forscher haben in ihrer Studie bei 608 Koronarpatienten im Abstand von fünf Jahren zweimal die Länge der Telomeren in Leukozyten bestimmt und die festgestellten Veränderungen dann in Beziehung zu den ebenfalls gemessenen Blutspiegeln der Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA gesetzt.

Ergebnis: DHA/EPA-Blutspiegel und Telomer-Verkürzung standen in inverser Beziehung zueinander: Bei Patienten mit den niedrigsten Spiegeln waren die Verkürzungen am stärksten, bei Patienten mit den höchsten Spiegel am geringsten ausgeprägt. Die Autoren werten dies als Indiz dafür, dass Omega-3-Fettsäuren einen gewissen Schutz gegen Zellalterung bieten könnten.

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