Vorhofflimmern

Strenge Risikokontrolle sichert Ablations-Erfolg

Abnehmen, den Blutdruck kontrollieren, aufhören zu rauchen - wer seine Risikofaktoren minimiert, lebt nicht nur insgesamt gesünder. Patienten mit Vorhofflimmern unterstützen so auch den Erfolg einer ablativen Therapie langfristig, wie aktuelle Studiendaten jetzt zeigen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Das Herz wieder in den richtigen Rhythmus bringen kann einie Ablation. Um den Erfolg langfristig zu erhalten, lohnt es sich, Risikofaktoren zu minimieren.

Das Herz wieder in den richtigen Rhythmus bringen kann einie Ablation. Um den Erfolg langfristig zu erhalten, lohnt es sich, Risikofaktoren zu minimieren.

© emeraldphoto / fotolia.com

ADELAIDE. Die kathetergestützte Ablationstherapie ist eine wirksame Methode, den Rhythmus flimmernder Vorhöfe wieder unter Kontrolle zu bringen. Allerdings tritt das Flimmern im Lauf der Zeit nicht selten erneut auf. Ein möglicher Grund dafür ist, dass der arrhythmogene Krankheitsprozess fortschreitet.

Zu klären, ob sich der Therapieerfolg länger aufrechterhalten lässt, wenn kardiale Risikofaktoren konsequent behandelt werden, war das Ziel der "Aggressive Risk factor REduction STudy for Atrial Fibrillation" (ARREST-AF).

Angeführt von Rajeev Pathak von der University of Adelaide, hat ein Team von Forschern dafür den Krankheitsverlauf von 149 Patienten untersucht, deren VHF ablativ behandelt worden war.

Von Diabetes bis Schlafapnoe

Alle Probanden wiesen einen Body-Mass-Index von mindestens 27 kg/m2 sowie wenigstens einen zusätzlichen kardialen Risikofaktor (Hypertonie, Glukoseintoleranz/Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Rauchen, hohen Alkoholkonsum) auf (J Am Coll Cardiol 2014; 64: 2222-31).

61 Studienteilnehmer entschieden sich für die Teilnahme an einem rigorosen Management der Risikofaktoren (RFM) unter Aufsicht von Ärzten einer spezialisierten Klinik.

Dazu zählte je nach Bedarf eine strenge Kontrolle des Blutdrucks (Zielwert 130/80 mmHg), ein Programm zur Gewichtsabnahme, eine Normalisierung des Lipidspiegels, eine Stabilisierung des HbA1c-Wertes bei 6,5 Prozent oder darunter, eine Behandlung der Schlafapnoe, eine Hilfe zur Tabakabstinenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums auf höchstens 30 g/Woche.

Die übrigen 88 Probanden wurden über RFM unterrichtet und ansonsten in der Obhut ihrer behandelnden Ärzte belassen.

Frei von Rhythmusstörungen

Diese Maßnahmen führten während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 3,5 Jahren in der RFM-Gruppe einerseits zu einer signifikant stärkeren Verbesserung des Risikoprofils im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Andererseits hielt auch der Ablationserfolg in der RFM-Gruppe länger an: Bei der abschließenden Untersuchung am Ende der Follow-up-Phase waren 32,9 Prozent der Patienten nach einmaligem Kathetereinsatz frei von Rhythmusstörungen.

In der Kontrollgruppe betrug der Anteil 9,7 Prozent. Waren mehrere Ablationssitzungen nötig gewesen, blieben 87,0 Prozent der RFM- und 17,8 Prozent der Kontrollpatienten nach der letzten Ablation bis zum abschließenden Check arrhythmiefrei.

Als einzige Faktoren, die eine Wiederkehr des VHF anzeigten, fielen in der multivariaten Analyse der VHF-Typ und die Zugehörigkeit zur Kontrollgruppe auf.

Der Effekt des RFM ließ sich direkt am Herzen ablesen.

Dort schlug sich das strenge Risikomanagement anatomisch nieder: Das Volumen des linken Vorhofs und die Dicke des Ventrikelseptums gingen in der RFM-Gruppe verglichen mit den Kontrollprobanden signifikant stärker zurück.

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